Mehrere Aquarien zeigen die verschiedenen Küstenformen, z.B. Bodden und Haffe, mit ihren typischen Lebensgemeinschaften.
Die zweite Station unseres Rundgangs – die Ostsee, das Meer in unserer Mitte – wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. In dieser Station der Ausstellung bekommen wir in dem in grün gehaltene Raum ein Bild der verschiedenen Küstenformen mit ihren typischen Lebensgemeinschaften. Interaktiv wird auch erklärt, dass der Bodden ein inneres Küstenwasser ist oder warum Dorsche knurren. Die Küsten der Ostsee bieten vielen Fischarten Nahrungsgründe und Fortpflanzungsgebiete. In der südlichen Ostsee wechseln Seegraswiesen mit offenen Sandflächen und Steinfeldern. Weiter nördlich bilden die Schären eine reich gegliederte Felsenküste.
Typische Fische der Ostseeküste sind: Ostseesprotte, Meerforelle, Hornhecht, Heringe, Flunder, Scholle, Aalmutter.
Der unterschiedliche Salzgehalt in den Ostseeregionen lässt entweder Meeresfläche oder Süßwasserfische vorherrschen. In den salzarmen nordöstlichen Regionen kommen viele der marinen Fische nicht mehr vor, so daß auch die Gesamtzahl der Arten dort am geringsten ist. Die Anzahl der Wanderfischarten wie Aal, Meerforelle oder Lachs ändert sich in den Ostseeregionen nur wenig.
In der Ostsee leben mehr als 140 Fischarten. Sie wanderten seit der letzten Eiszeit aus dem Meer und dem Süßwasser ein. Die kurze Zeit seit der Entstehung der Ostsee reichte nicht für die Entwicklung nur hier heimischer Fischarten. Meeresfläche bevorzugen salzreiches Wasser. Es begrenzt jedoch die Verbreitung der Süßwasserarten. Wanderfische ertragen dagegen unterschiedliche Salzgehalte und kommen im Brackwasser der Ostsee überall vor.
In mehrere Groß- und Wandvitrinen widmet sich die Ausstellung Ostsee dem Thema Plankton, sowie Fische und Muscheln. Die Plankton- Modelle wurden auf das 25-fach bis 4 000-fache vergrößert, um es für das menschliche Auge sichtbar zu machen. Vögel und Säuger der Ostseeregion werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt. In den Robbenvitrinen – Modelle der drei in der Ostsee heimischen Robbenarten.
Bodden und Haffe
Die Eiszeit hinterließ im Südwesten der heutigen Ostsee eine hügelige Landschaft mit flachen Mulden. Mit dem allmählichen Anstieg des Meeresspiegels füllten sich diese Vertiefungen mit Wasser. Nur Erhebungen ragten als Inseln noch heraus. An solchen Inselkernen wachsen bis heute Landzungen und schnüren die Bodden zunehmend vom Meer ab. Es entstehen innere, flache Küstengewässer. Die meisten Bodden sind nur vier bis fünf Meter tief.
Die Bodden besitzen nur schmale Verbindungen zur Ostsee. Flüsse tragen Nährstoffe und Sedimente in die Bodden. Sie trüben das Wasser und verringern dessen Salzgehalt aber viel nährstoffreicher als die offene Ostsee. Wind und Wellen durchmischen diese flachen Gewässer regelmäßig und die Sonne erwärmt das Wasser schnell. Im reichen Fischbestand überwiegen Süßwasserarten. In breiten Röhrichtgürteln und in Wiesen voller Unterwasserpflanzen laichen Fische. Zander, Brassen, Flunder, Schwarzgrundel, Strandkrabben und Ukelei halten sich gerne in den Bodden auf. Typische Fische von Bodden und Haffe sind auch: Stint, Fluss- und Kaulbarsch, Blei, Dorsch, Hecht und Schnäpel, Hering, Quappe. Generelle ganzjährige Fangverbote bestehen für die Fischarten Finte, Flussneunauge, Maifisch, Meerneunauge, Nordseeschnäpel, Atlantischer Stör, Zährte sowie Ziege.
Schärenmeer
Auf diesen kleinen Felseninseln sammeln sich häufig Enten, Gänse und Wattvögel. Vor der finnischen und schwedischen Küste liegt ein Inselreich aus unzähligen Felskuppen. In der letzten Eiszeit stieß das skandinavisches Inlandeis nach Süden vor. Es schlief die Felden aus Gneis, Granit und Porphyr ab und rundete sie zu buckelartigen Schären. Schürfspuren im Gestein zeugen von jener Zeit.
Wat- oder Schnepfenvögel
Fast alle dieser meist langbeinigen Vögel haben sich an das Küstenleben angepasst. Zur Zugzeit fallen sie oft in dichten Trupps an der Küste ein, wo sie mit ihren Schnäbeln rastlos nach Nahrung stochern.
Sandstrände bieten Wattvögeln auf ihrem Frühjahrs- und Herbstzug reichlich Nahrung. Im Uferbereich und im angespülten Seegras finden sie Insekten, Krebstiere, Kleinfische sowie Schnecken und Muscheln.
Biodiversität
Ohne Vielfalt kein Leben
Biodiversität ist der Fachausdruck für die biologische Vielfalt. Sie umfasst die genetische Vielfalt, die Vielzahl der Organismen und die ökologische Vielfalt. Ob als Fülle der Organismen und Lebensgemeinschaften oder als genetische Einzigartigkeit jedes Individuums: Das Phänomen Leben zeigt viele Seiten. Es äußert sich nicht nur als Artenvielfalt. Die Evolution als Geschichte der Lebewesen in einer sich ständig wandelnden Umwelt beruht auf die Vielzahl der Lebenserscheinungen und ihrer fortwährenden Veränderung.
Ein Meer aus Plastik
Müllteppiche im Meer
Gefangen durch Meeresströmungen gelangen jedes Jahr unvorstellbare sechs Millionen Tonnen Müll ins Meer, 90 Prozent davon bestehen aus Plastik. Da es nicht verrottet, finden sich die Reste überall: von den Küsten bis in die Tiefsee, von der Ostsee bis in den Nordpazifik. Unser Zivilisationsmüll ist die Ursache für den Tod von Millionen Meerestieren.
In den 1990er Jahren entdeckten Forscher riesige Müllansammlungen, die nahe der Meeresoberfläche durch den ganzen Nordpazifik kreisen. Auch in anderen Ozeanen gibt es diese Müllteppiche. Sie werden immer größer, denn ständig kommt immer neuer Abfall hinzu und es dauert länger als 450 Jahre bis sich eine Plastikflasche im Meer zersetzt. 80 Prozent des Mülls im Meer stammt vom Festland. Wir Menschen sorgen durch Abwässer, küstennahe Mülldeponien, illegale Entsorgung oder unser Picknick am Strand für stetigen Nachschub.
Tod durch Kunststoff
Wind, Flüsse und Überschwemmungen tragen den Müll vom Binnenland ins Meer. Die Schifffahrt trägt 20 Prozent des Mülls bei. Trotz eines internationalen Verbotes beseitigen viele Schiffe ihren Abfall im Meer. Hinzu kommen verloren gegangene oder entsorgte Fischernetze. Sie treiben fortan als Geisternetze durch die Ozeane.
Die großen ozeanischen Strömungssysteme bilden mehrere hundert Kilometer breite Wirbel. Dort fängt sich der im Meer treibende Müll und kreist ununterbrochen. Nur ein kleiner Teil erreicht irgendwann die Küsten. Viele Tiere verwechseln Müll mit Nahrung. So halten Meeresschildkröten Plastiktüten häufig für Quallen. Seevögel fressen treibende Plastikteile und verfüttern sie an ihre Jungen. Nicht selten verhungern die Tiere, weil sich ihr Magen statt mit Nahrung mit Müll anfüllt. Zwölf Vitrinen und 19 Schaukästen empfangen Euch bei Eurem Rundgang durch die Ausstellung Weltmeer.
Lebende Fossilien
Pfeilschwanzkrebse
Als „lebende Fossilien“ bezeichnet man Lebewesen, die den Organismen vergangener Erdzeitalter (sehr) ähnlich sind. Häufig zeigen sie viele urtümliche Merkmale, doch keineswegs darf man annehmen, sie seien identisch mit den Arten, die vor Millionen von Jahren gelebt haben.
Von der Flora und Fauna vergangener Erdzeitalter blieb nur ein winziger Teil als FOSSILIEN – DOKUMENTE FRÜHERER VIELFALT erhalten. In Sedimenten vor Verwesung geschützt, eingebettet in Baumharze oder konserviert durch Kieselsäure und Kalk. Fossilien erlauben Rückschlüsse auf die Lebensräume und die Ernährung ausgestorbener Organismen. Unter den Millionen Tierarten der Erde verbirgt sich manche Überraschung: die urtümlichen Pfeilschwanzkrebse ähneln zwar den Krebsen und heißen auch so, dennoch sind sie keine Kriegstiere, sondern die größten lebenden Spinnentieren. Seit über 300 Millionen Jahren haben sie sich kaum verändert. Forscher nennmen sie daher „lebende Fossilien“ – Alljährlich kommen diese Meerestiere in großer Zahl zum Laichen an die Strände der amerikanischen Atlantikküste. Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen.
Barschartige Fische
Gemeinsam in der Vielfalt
Die artenreichste Ordnung aller Wirbeltiere bilden die Barschartigen oder Perciformes. Als Ergebnis der Evolution bewundern wir eine enorm vielgestaltige Fischgruppe. Zu ihren mehr als 9000 Arten gehören viele der farbenprächtigen Korallenfische, große Thunfische und winzige Grundeln, aber auch der seltsame Schiffshalter und das giftbewehrte Petermännchen.
Alle barschartigen Fische besitzen zwei Rückenflossen: Die erste Flosse trägt stets harte Stachelstrahlen, die zweite nur weiche Flossenstrahlen. Dieses Grundmuster ist jedoch bei manchen Arten abgewandelt und nicht gleich erkennbar. Auch Bauch- und Afterflossen tragen Hartstrahlen. Bei Barschartigen befinden sich weiterhin die Bauchflossen meist in der Nähe der Brustflossen.
Zu den Barschartigen gehören allseits bekannte Arten wie Flussbarsch, Makrele und Sandaal, Aquarienfische wie Clown- und Doktorfische sowie Buntbarsche. Viele Arten zeigen spezielle Anpassungen: Schlammspringer halten sich meist außerhaIb des Wassers auf, Medusenfische verstecken sich als Jungtiere zwischen Quallententakeln, die für andere Fische tödlich sind, Schützenfische spucken mehrere Meter weit zielgenau Insekten von Bäumen und Eisfische kommen als einzige Wirbeltiere ohne den Blutfarbstoff Hämoglobin aus. Auch viele fischereilich bedeutende Arten gehören zu den Barschartigen, darunter Thunfische, Rotbarsch, Schnapper, Zacken-, WoIfs- und Viktoriabarsche sowie Brassen.
Schnecken und Muscheln
Kunstwerke aus Kalk
Seit Alters her bewundern und sammeln Menschen prächtige Schalen von Schnecken und Muscheln.
Der Reichtum ihrer Gestalt demonstriert eindrucksvoll die Vielfalt des Lebens. Die Kalkschalen schützen den Körper dieser Weichtiere.
Ob die farbigen Muster eine Funktion haben? Das blieb bisher noch weitgehend unbekannt.
Viele Weichtiere schützen ihre empfindlichen Körper mit Schalen aus kalkigen Materialien. Die über 100 000 bekannten Arten zeigen einen beeindruckende Farben- und Formenreichtum. Die wichtigsten Vertreter sind Muscheln, die zwei Schalenhäften tragen und Schnecken, die nur ein einteiliges Gehäuse besitzen.
In den Magazinen der Museen lagert ein verborgener Schatz
Viele Tier- und Pflanzenarten sind ausgestorben oder stehen kurz vor dem Aussterben. Oft blieben sie nur noch als Präparate in den Sammlungen der Museen erhalten. Solche unwiederbringlichen Schätze, aber auch Pflanzen- und Tierbelege aus aktuellen Forschungsarbeiten lagern für die meisten Besucher unsichtbar in Museumsarchiven: den Magazinen. In den riesigen Magazinen traditionsreicher Museen häuften Wissenschaftler über Jahrhunderte Präparare an. Mit den Fortschritten der Molekularbiologie stieg der wissenschaftliche Wert solcher Sammlungen weiter: Historisches Pflanzen- und Tiermaterial ist zum Beispiel unverzichtbar für vergleichende genetische Untersuchungen. Die Bewahrung dieser unersetzbaren Schätze stellt eine wichtige Verpflichtung für die Museen dar.
Das Ozeaneum lässt sich in folgende Bereiche einteilen
Weltmeer-Ausstellung
Ostsee-Ausstellung
Ostsee-Aquarium
Erforschung und Nutzung der Meere
Nordsee-Aquarium
Meer für Kinder & Pinguin-Anlage
1:1 Riesen der Meere
Offener Atlantik-Aquarium
Quellen und Links über das Ozeaneum
Offizielle Webseite des Ozeaneums
Offizielle Webseite des Natureums auf Fischland-Darß-Zingst
Offizielle Webseite des Meeresmuseums
Offizielle Webseite des Nautineums
Alle Fotos © Janka Heißinger.
Beschreibung der Exponate und Eingangstexte übernommen den Hinweistafeln
ANSCHRIFT
OZEANEUM Stralsund
Hafenstraße 11
18439 Stralsund
Telefon: 03831 – 2650610
Öffnungszeiten
September bis Juni tgl. von 09:30 bis 18:00 Uhr
Juli bis August tgl. von 09:30 bis 20:00 Uhr
24. Dezember: geschlossen
31. Dezember: von 09:30 bis 15:00 Uhr
(Kassen- und Einlass-Schluss: 60 Minuten vor Schließung)
Eintritt
Erwachsene: 17,00 Euro
Ermäßigte: 12,00 Euro
Kinder 4–16 Jahre: 8,00 Euro
(in Familie 7,00 Euro)
Kinder 0–3 Jahre: Eintritt frei
Um Wartezeiten zu verkürzen, kann man Tickets bis zu 10 Tage im Voraus online buchen. Zum Ticketshop >>>
Anreise und Parken
Nach Stralsund gelangt man bequem mit Bus und Bahn. Beim Anreise mit dem Auto bitte die Parkverbotszonen in der Stadt beachten und eines der Parkhäuser nutzen.
Parkhaus „Am OZEANEUM“ | Holzstraße 1
Parkhaus „Am Hafen“ | Am Fährwall 22
Behindertenparkplätze gibt es in der Neuen Badenstraße direkt neben dem OZEANEUM.























