FOLTERMUSEUM WIEN

Das Foltermuseum ist dauerhaft geschlossen seit 2023!

Der Galgen
Wien - Folter
Die Eiserne Jungfrau
Der Schandmantel

Schandkette

Die Schardkette wurde sehr oft in Verbindung mit einer Prangerstrate angewandt. Hauptsächlich bei „listigem Glücksspiel“ und Falschspielerei bei Karten und Würfeln. Daher rührt auch die Darstellung der Schandkette.

Der Galgen

Im Mittelalter war Hängen die am häufigsten ausgesprochene Todesstrate, die vor allem auch Diebe im Wiederholungsfall zu erleiden hatten.

Der Vorgang des Hängens erfolgte meistens so, dass zwei Leitern an den Galgen gelehnt wurden. An einer stieg der Henker empor, an der Anderen führte er den Verurteilten, der an den Händen gefesselt war und einen Strick um den Hals hatte, mit sich.

Der Henker befestigte den Strick am Galgenhaken und legte dem Verurteilten die Schlinge um den Hals.
Dann stieg er selbst hinab und stieß die Leiter, auf der der Verurteilte stand um, sodass dieser nun frei in der Luft hing.
Die Schlinge zog sich durch das Gewicht des Hängenden zusammen und verschloss die Luftröhre und Blutgefäße.
sodass der Tot relativ bald eintrat.

Die Henker von Wien

Erst ab dem 13.Jahrhundert wurde in Wien das Amt des Henkers, oft auch als „Heher“ Freimann oder Züchtiger bezeichnet, fest eingeführt. Davor übte der Jüngste Schöffe oder einer der Diebsschergen, also einer der Polizisten, das Amt aus, für das er pro Hinrichtung bezahlt wurde. Der Henker war einer in der Gruppe der „ehrlosen“ Personen, zu dieser Gruppe gehörten. auch der Wasenmeister, der Schlachterabfälle beseitigte, die Dirnen und die „heymlichen Gemach Räuber“, welche die Senkgruben leerten sowie das fahrende Volk und die Ehrlos bedeutete, dass niemand mit Ihm sprechen durfte, man konnte keine Geschäfte mit im machen oder in seine Famille einheiraten ohne selbst ehrlos zu werden, Daher übertrug sich diese „Ehrlosigkeit“ auch auf jeden, der mit dem Henker In körperlichen Kontakt kam, selbst wenn keine Verurteilung erfolgte wurde ein Gefolterter daher selbst unehrlich.

Auf Grund dieser besonderen Stellung wurde der Henker oft auch als Exekutor verwendet, da jeder Bürger leber seine Schulden bezahlte ehe er mit dem Henker in Kontakt treten mußte.
Das Henkeramt war In Wien erblich, oft verheirateten die Familien von Henkern verschiedener österreichischer  Städte Henkerdynastien in Österrelch entstanden. unterelnander ihre Kinder, wodurch ganze für den Henker galt in Wien der „Freimannsfrieden“, d.h. niemand durfte sich am Henker für den von ihm verursachten Tod einer Person bel einer Hinrichtung rächen.

Bis 1428 durfte der Henker sein geringes Entgelt nach der Hinrichtung durch Sammeln unter den Zusehern aufbessern, später erhielt er für jede Hinrichtung Blutgeld“ von dem er auch die Kosten für die Instrumente seines Handwerkes bezahlen musste.

Wenn der Henker patzt…

Die Hinrichtung mit dem Schwert verlangte vom Scharfrichter Kraft und Geschick, da gefordert wurde, dass bel dem Todesurtell aus dem Körper zwel Stücke zu machen selen und diese so vonelnander zu trennen, dass ein Zwischenraum entstand.

Es kam natürlich auch vor, dass der erste Streich mißlang, das der Hieb mit dem Schwert daneben ging passierte selbst versierten Scharfrichtern.

Mißglückte dem Melster eine Hinrichtung, war er um Ausrede nie verlegen: die durch Kälte erstarrten Finger, ein schartig gewordenes oder gar verzaubertes Richtschwert, der Teufel, der seine Hand im Spiel hatte.

Nach einer nicht erfolgreichen Hinrichtung zu Beginn des 10, Jahrhundert erklärte der Bernauer Scharfrichter Carl Friedrich Kaufmann, der Teufel habe Ihm einen dreiköpfigen Verbrecher vorgegaukelt. Der Teufel hatte einen Namen: Alkohol, denn nicht selten tranken sich die Scharfrichter Mut an, bevor Sie den Gang zum Rabenstein antraten.

Oft wird in Berichten auch erwähnt, der Deliquent sie so besoffen gewesen, dass er sich kaum auf den Beinen halten konnte. Gelegentlich zechten sogar Scharfrichter und Opfer gemeinsam auf Kosten der Stadtkasse.

Die Eiserne Jungfrau

Die Eiserne Jungfrau soll ein Gerät zur Hinrichtung, aber auch zur Folterung gewesen sein.
In Raritätenkabinetten ist die mysteriöse „Jungfrau“ zuweilen zu sehen, doch es scheint, als sei sie nachträglich für Schauzwecke angefertigt worden. Derartige Einrichtungen sollen sich in Wien, Salzburg, Prag, Breslau, Dresden, Berlin und anderen deutschen Städten befunden haben. Es existieren zwar viele Berichte über die Jungfrau, die aber in der Romantik des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Danach war das Instrument im Mittelalter in Stadten, auf Burgen und Schlössern in Gebrauch. Aber kein Inquistionsgerichtsprotokoll erwähnt ihre Anwendung.

So berichtet der Jurist Siebenkees in einer Beschreibung zur Nürnberger Jungfrau: In Florenz will man noch im Jahre 1814 ähnliche Werkzeuge gesehen haben, und ein Franzose, der unter der Regierung des Josef Bonaparte Aufseher über das Inqusitionsgebäude in Madrid war, erzählte im Jahre 1835 zu Lüttich, daß sich unter den in jenem Gebäude vorhandenen Marterwerkzeugen auch eine aus Holz und Eisen gemachte stehende Figur der Jungfrau Maria befunden habe, welche Mater dolorosa geheißen und als Werkzeug zum letzten und härtesten Grad der Tortur diente…..

In Wien findet sich keine Erwähnung des Gebrauchs einer Eisernen Jungfrau.

Der Schandmantel

Schandmäntel waren weite Umhänge, auf denen die Tat des Verurteilten dargestellt war und den dieser durch die Straßen der Stadt tragen mußte und so dem Gespott der Menge preisgegeben war.

Die Sitte scheint aus dem deutschen Raum zu stammen und ist in Wien nicht bekannt, hier ließ man dagegen bei Hinrichtungen oft illustrierte Flugblätter mit dem Urteil und der Beschreibung des Verbrechens zirkulieren.