FOLTERMUSEUM WIEN

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Pendel, Streckleiter und Streckbank
Wasserfolter

Pendel, Streckleiter und Streckbank

Das Strecken war ein häufig gebrauchtes Mittel in der Tortur. Dabei wurde der Delinquent entweder frei aufgezogen (Pendel) oder die Streckung erfolgte auf einer Leiter. Am weitesten verbreitet war die Wippe“, die ihren Ursprung in Südwestdeutschland haben soll, und auch als „Pendel“ oder als „Königin der Folterqualen“ bezeichnet wurde.

Dem Angeklagten wurden die Hände auf dem Rücken gebunden, dann ein Seil an ihnen befestigt, das über eine Rolle lief. An diesem Seil wurde der Delinquent langsam in die Höhe gezogen und dort eine Weile hängen gelassen. Beim zweiten Grad der Folter wurde dann ein Gewicht an die Füße gehängt, beim dritten Grad ein schwereres Gewicht, was eine starke Verrenkung der Glieder zufolge hatte. Das Aufziehen auf eine Leiter oder Streckbank gehörte ebenfalls zum zweiten Grad der Tortur.

Der Verdächtige wurde auf der Leiter nach oben gezogen, die Fußgelenke hatte man unten festgebunden. Die Hände wurden solange, oft rückwärts über den Kopf, hochgezogen, bis die Arme ausgerenkt waren. Einen „Entwurf der vollkommenen Ausdehnung des Inquisiten“ als Teil der sog. „Prager Tortur“ findet sich in der Theresiana. Um die Tortur zu verstärken, konnte der Scharfrichter brennende Unschnittkerzen an den Körper des Delinquenten halten.

Die Wasserfolter

Eine Foltermethode, bei der der Magen des Delinquenten mittels eines Trichters mit Wasser vollgefüllt wurde. Bei der Wasserfolter scheint es sich eher um einen deutschen Landsknechtsbrauch des 17. Jahrhunderts zu handeln, jedenfalls ist sie in Wien nicht nachweisbar.

Beinschraube
Daumenschraube
Daumenschraube und Stachelstuhl

Stachelstuhl

Der Stachelstuhl, der auch Folterstuhl, Angststuhl, Jungferschoß oder Jungfersessel genannt wurde, ist eine Rekonstruktion aus den Fragmenten eines Originals des 17. Jahrhunderts.

Es handelt sich um einen Lehnstuhl aus Holz, dessen Lehne, Armstützen, Sitz- und Trittbrett dicht mit konischen Eisenstiften besetzt sind. Historischen Berichten zufolge soll es möglich gewesen sein, unter dem Sitz ein Feuer anzufachen, um so die Eisenstifte zu erhitzen.

Der Stuhl wirkt nicht nur in unserer Zeit schauderhaft, diese Wirkung sollte die inszenierung auch auf den damaligen Betroffenen haben. Gerate wie dieses waren häufig bloße Schaustücke, die keine wirkliche Verwendung fanden.

Gedroht wurde mit ihnen – im Zusammenwirken mit den bereits vorhandenen Vorstellungen von der Furchtbarkeit des Folterns. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die stachelbesetzten Eisenbänder.

Daumenschraube

Das gebräuchlichste Gerät zur Geständniserzwingung war ab dem 16. Jahrhundert vor allem die Daumenschraube. Sie ist nach den Vorschriften der Constitutio Criminalis Theresiana von 1768 als erstes Gerät bei der peinlichen Befragung anzuwenden: zunächst soll der Delinquent „mit der Tortur allein geschreckt werden“.

Folgt kein Geständnis, dann sei folgends die Daumenstöcke mit oder ohne Draufklopfen zu gebrauchen und hierbei sodann stillzustehen“. Die Theresiana enthielt neben den genauen Torturvorschriften Entwürfe, wie die Geräte beschaffen sein mußten. Da Daumenschrauben leicht herzustellende Geräte waren, werden sie auch in Wien verwendet worden sein, erhalten hat sich keines dieser Geräte in Wien.

Die Beinschraube

Die Beinschraube wird auch als „Spanischer Stiefel“ bezeichnet. Zunächst ein Foltergerät der Tortur spanischer Inquisiteure, verbreitete es sich im 16. Jahrhundert rasch in Europa.

Sie gehörte zur Tortur des dritten Grades. Die Beinschraube bestand aus zwei Eisenplatten, die um Schienbein und Wade gelegt und zusammengedreht wurden. Der Druck, der dadurch entstand, preßte Schienbein und Wade zusammen. Die Knochen konnten dabei brechen oder splittern. Verstärken konnte man die Schmerzen durch Hammerschläge auf die angelegten Beinschrauben.

Die Schraubstiefel, ähnlich der Beinschraube, fanden während der Inquisition ihren Ursprung und waren noch bis ins 18. Jahrhundert gebräuchlich. In der „Constitutio Criminalis Theresiana“ findet man eine ausführliche Bauanleitung und eine Beschreibung über die Anwendung der Schraubstiefel.

Schandflöte

Zu den Ehrenstrafen zählt die Schandflöte. Die Strafgeräte in Form von Trompeten, Posaune oder Flöten finden sich vor allem im 16. und 17. Jahrhundert.
Sie wurden aus Holz, Messing oder Eisen gefertigt. Der Eisenring am oberen Ende umschloß den Nacken des Delinquenten, die Finger wurde wie die eines Musikers in die Kerben gelegt und festgeschraubt. Dann mußte der Verurteilte an Pranger stehen. Vor allem Musikanten, die schlecht spielten, wurden so bestraft, aber auch Flüche, Ruhestörung oder Getöse vor der Kirche während des Gottesdienstes.