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Die urzeitliche Wasserwelt erkunden

Als die Dinosaurier die Erde beherrschten
Aufstieg und Niedergang der Meeresreptilien

Was Ist Los Im Trias-Meer?

In der Trias bilden sich aus den Überlebenden der Katastrophe am Ende des Perm langsam neue Lebensgemeinschaften und -formen.
Schließlich tummeln sich im Meer nach einer umfangreichen Erholungsphase wieder unzählige Fische., aber auch die Vorläufer der Ammoniten, die sogenannten Ceratiten. Den Meeresboden teilen sich Krebstiere, Schnecken, Seelilien, Muscheln, Brachiopoden und Korallen.

Nothosaurier Lariosaurus balsami: Skelett-Abguss, Fundort: Italien, Größe: bis 3 m, bis 80 kg, Paläontologische Sammlungen der Eberhard-Karls Universität Tübingen
Knochenfisch (Caturus)
Seirocrinus-subangularis
Pflasterzahnechse
Keuchosaurus

Ceratiten – Die Tintenfische der Trias

Am Ende des Perm stirbt die artenreiche Tintenfischgruppe der Goniatiten restlos aus. An ihrer Stelle treten die Überlebenden einer anderen Tintenfischgruppe, die Ceratiten. Diese erreichen in der Folge eine große Artenvielfalt. Aber auch sie sterben am Ende der Trias aus und machen Platz für die Echten Ammoniten.

Erste Vorfahren der heutigen Tintenfische gibt es schon vor etwa 500 Millionen Jahren. Die Spuren ihrer vielfältigen Formen mit kalkigen Gehäusen finden wir heute noch als Versteinerungen. Viele Gruppen sterben bis zum Ende des Karbon vor etwa 300 Millionen Jahren aus. Zu den Überlebenden gehören nautilusähnliche und ammonitenähnliche Formen und auch die gehäuselosen Belemniten. Aus ihnen geht im Lauf der Erdgeschichte wieder eine neue Formenvielfalt hervor.

Ein Meer von urtümlichen Fischen

95 Prozent unserer heutigen Fische sind Echte Knochenfische wie Forellen, Kabeljau, Rotbarsch usw. In den Trias-Meeren stehen sie aber erst ganz am Beginn ihrer Entwicklung. Noch herrschen andere primitivere Fischtypen. Neben Schmelzschuppern sind heute artenarme Gruppen wie Quastenflosser und Lungenfische auch recht häufig. Die Haie sind nach einer artenreichen Phase in der Trias zunächst seltener, bevor sie im Jura wieder häufiger werden.

Die Knochenfische der Trias

Die Knochenfische sind noch recht primitiv. Sie tragen rhombenförmige Schuppen, deren äußere Schicht aus Ganoin besteht, einer sehr harten Substanz ähnlich unserem Zahnschmelz. Entwicklungstechnisch betrachtet, sind die Zähne der Fische und insofern auch unsere Zähne einst aus umgewandelten Schmelzschuppen entstanden.

Heute haben weniger als 20 Arten aus der Gruppe der Flösselhechte und Knochenhechte solche rhombischen Schmelzschuppen. 95 Prozent unserer heutigen Fische sind Echte Knochenfische wie Forellen, Kabeljau, Rotbarsch usw. In den Trias-Meeren stehen sie aber erst ganz am Beginn ihrer Entwicklung. Noch herrschen dort andere, primitivere Fischtypen vor.

Seelilien – Pflanze oder Tier?

Seelilien sind keine Pflanzen, sondern Tiere. Sie sind Verwandte der Seesterne und Seeigel. Wie diese haben sie ein Außenskelett aus Kalkplatten und leben ausschließlich im Meer. Seelilien gibt es mindestens seit 480 Millionen Jahren. Bis Ende des Erdaltertums vor 252 Millionen Jahren sind sie vielfältig mit rund 5.000 Arten vertreten.Seit der Trias existieren nur noch wenige Arten.

Die heutigen 25 Gattungen leben fast ausschließlich in der Tiefsee. Seelilien ernähren sich von Plankton. Mit unzähligen kleine fingerförmigen Anhängen an ihren Armen fangen und transportieren sie es in den Mund.

ENCRINUS, die „TULPE“ mit dem Kalkskelett – Der Kelch mit den Armen, in dessen Zentrum sich der Mund befindet, erinnert an eine ungeöffnete Tulpenblüte.

Das Auf und Ab der Fischsaurier

Gegen Ende der Trias hat die Fischsaurier-Vielfalt ihren Höhepunkt erreicht. Vermutlich sind es klimatische Veränderungen, die diese Vielfalt zu Beginn des Jura deutlich reduzieren. Jetzt sind es die kompakten, in der Körperform an Delphine erinnernden Arten, die das Rennen machen. Von diesen schaffen es wiederum nur wenige Arten bis in die Kreide. Schließlich sterben die Fischsaurier zu Beginn der Oberkreide restlos aus – lange vor dem Asteroideneinschlag, der den Dinosauriern den Garaus machte.

Pachypleurosaurier
– Abtauchen mit dicken Rippen

Versteinerte Pachypleurosaurier-Knochen finden sich in Europa besonders häufig im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Italien.
Namensgebung für diese kleinen „Dicke-Rippen-Echsen“ sind die breiten, massiven Rippen, die wie bei anderen Nothosauriern den Auftrieb im Wasser verringern und den Rumpf versteifen.

Verdickte Rippen kommen auch bei heutigen Meeressäugetieren, den Seekühen, vor. Hier haben sie dieselbe Wirkung.

Nothosaurier – Elegante Paddler

Nothosaurier sind Meeresreptilien, die in den Küstenzonen der Trias-Meere in recht großer Artenzahl vorkommen. Kennzeichnend für Nothosaurier ist der langgestreckte schlanke Körper, dem man noch ansieht, dass sie von an Land lebenden eidechsenähnlichen Vorfahren abstammen. Mit Fingern, die mit einer Schwimmhaut verbunden sind, bewegen sie sich paddelnd unter Wasser fort. An Land kommen sie nicht mehr so gut voran. Nothosaurier gelten als Vorläufer der Plesiosaurier.

Mosasaurier Tylosaurus proriger

Es gibt vermutlich nichts Fressbares, dass vor den Rachen der unersättlichen Mosasaurier sicher ist. In den versteinerten Gerippen von Tylosaurus-Exemplaren finden sich auch Reste von allerlei anderen Tierarten: von Fischen, Vögeln und selbst von Haien. Tylosaurus zählt zu den größten Mosasauriern. Die Art Mosasaurus hoffmannii konnte sogar Längen von bis zu 17 Meter erreichen.

Keichousaurus – Der flinke Chinese

Keichousaurus ist sozusagen die chinesische Version der europäischen „Dicke-Rippen-Echse“ Pachypleurosaurus. Fossilienfunde von Keichousaurus sind recht häufig, darunter nicht selten sogar komplette Skelette. Diese sind vergleichsweise klein. Zwei Funde von weiblichen Tieren mit Embryo-Skeletten in ihren Körpern bezeugen, dass Keichousaurier keine Eierleger sind, sondern ihre Jungen bis zur Geburt im Körper austragen. Das gilt vermutlich für alle Nothosaurier.