Dauerausstellung

Beeindruckende Wal-Skelette

Im ehemaligen Chor der Katharinenhalle befindet sich die Dauerausstellung Wale und Delfine. Die Exponate stammen teilweise von verirrten Tieren in die Ostsee oder waren Mitbringsel der ehemaligen DDR-Fischereiflotte.
Für die Delfin-Gruppe im Chor der Katharinenhalle wurde der Abdruck eines einzelnen Delphins, der als Beifang in ein Fangnetz vor der westafrikanischen Küste geriet, mehrmals – in unterschiedlicher Haltung – zu kopiert.

Atmen und Tauchen

Wale haben Lungen und müssen zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen. Wenn große Wale ausatmen, entsteht eine charakteristische Dampfwolke. Beim Finnwal werden innerhalb von 2 Sekunden 2000l Atemluft durch die Blaslöcher aus- und eingeatmet.
Wale und Delphine sind keine Fische, sondern an das Leben im Wasser angepasste Säugetiere. Die Entwicklung eines Delphins bis zur Geburt dauert je nach Art 10 – 12 Monate. Die Geburt erfolgt fast immer in Schwanzlage. Schon während des Geburtsvorgangs festigt sich die Schwanzflosse des Jungtiers, deshalb kann es nach der Geburt sofort selbständig zum ersten Atemzug an die Wasseroberfläche schwimmen.
Die Jungen werden gesäugt und längere Zeit vom Muttertier betreut. Der Spieltrieb bei Delphinen ist stark ausgeprägt, auch erwachsene Delphine spielen noch gerne.

Chemisch vergiftet

Eine große Gefahr für die Meere und ihre Bewohner ist die chemische Verseuchung, besonders durch Dauergifte. Das sind schwer abbaubare Chemikalien – z.B. aus Computern – die sich stark in Lebewesen anreichern. Sie schwächen das Immunsystem und führen zu Unfruchtbarkeit.

Da viele Meeresriesen am Ende der Nahrungskette stehen, nehmen sie über die Nahrung besonders viele Gifte auf. Das können WIR tun: Gefährliche Chemikalien stecken in ganz gewöhnlichen Alltagsprodukten. Achtet darauf beim Einkauf! Bevorzugt ökologische Lebensmittel, Baumwoll -Textilien aus kontrolliert biologischem Anbau sowie Spielzeug, Bodenbeläge und andere Produkte ohne PVC.

Walfang und Scimshaw

Im 8. und 19. Jahrhundert waren Pottwale die bevorzugte Beute der Walfänger. Auf den Walfängerschiffen nutzen die Matrosen ihre freie Zeit, um figürliche Motive in Pottwalzähne zu ritzen. Diese wurden mit Ruß und Waltran sichtbar gemacht. So entstanden kleine Kunstwerke, meistens mit eindrucksvollen Walfangszenen. Mit der Zeit entstand ein Sammlermarkt für diese Scimshaws.

Fischbeinkorsett

Im 16. Jahrhundert setzte in Europa ein verstärkter Walfang ein. Ursache dafür war der wachsende Bedarf der Bevölkerung an Öl und Fett. Bevorzugte Jagdobjekte wurden die arktischen Bartenwale Nordkaper und Grönlandwal. Diese Wale schwimmen langsam und die erlegten Tiere gehen nicht unter.

In der Modewelt Europas setzte sich das Fischbeinkorsett durch. Aus Walbarten – dem Fischbein – schnitt man Miederstäbe und schob sie in genähte Falten der Korsetts. Sie versteiften die Form des Brust- und Rückenteils und halfen, die Taillen der Damen zu betonen.

Gefangen im Plastikmüll

Wale, Delfine und Robben, aber auch Schildkröten und Vögel verheddern sich zunehmend in treibenden Netzresten oder Plastikverpackungen.

Viele Tiere erleiden schwere Verletzungen und ertrinken, weil ihre Flossen oder andere Körperteile eingeschnürt werden. Bei jungen Tieren im Wachstum führt dies zu besonders verheerenden Folgen.

Klimawandel

Der Klimawandel bedroht auch die Riesen der Meere. Denn steigende Wassertemperaturen verschieben das Artenspektrum.
Der Krill im Südpolarmeer beispielsweise, Hauptnahrung der Blauwale, schwindet seit in 1970er Jahren. Den kleinen Krebsen mangelt es an Eisdecke, unter der sie Schutz und Nahrung finden. Erwärmt sich das Meer weiterhin so schnell, werden sich viele Lebewesen nicht rechtzeitig anpassen können.

Das können WIR tun: Um die Meereserwärmung im Zuge des Klimawandels zu stoppen, muss der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid gedrosselt werden. Jeder kann mitmachen: fährt weniger Autos, unternehmt weniger Flugreisen, wechselt zu einem Öko-Strom – Anbieter und geht sparsam mit Energie um!

Das Museum erkunden
15 Meter langes Finnwal-Skelett. Er strandete im Jahr 1825 an der Westküste Rügens

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