Projekt Beschreibung

Die Räume im Museum

Raum Religion

RAUM RELIGION

Im Alten Ägypten beherrschte die Religion das gesamte Leben, bis über den Tod hinaus

Man verehrte und fürchtete man mehr als 500 verschiedene Götter. Die Götter im Alten Ägypten waren irdisch und übernatürlich zugleich. Sie verkörperten die Kräfte der Natur, die Segen oder Unheil bringen konnten. Am wichtigsten waren die Götter, die, wie der Sonnengott Re, bei der Erschaffung der Welt eine Schlüsselrolle gespielt hatten. Sie legitimierte die Macht der Pharaonen und bestimmte den Alltag der Untertanen.

Es war die vornehmste Aufgabe des Künstlers, Gott in Bild zu fassen – eine Unmöglichkeit, die in der Mischgestalt aus Mensch und Tier ihren bildlichen Ausdruck fand. Sie ist das Bild des nicht Abbildbaren, sie materialisiert religiöse Erfahrung und theologische Spekulation in nie geschauten Formen: Gott wird sichtbar im Medium der Wirklichkeit stiftenden ägyptischen Kunst.

Der ägyptische Gottesbegriff wurde nie endgültig fixiert, sondern befand sich in unstetiger Veränderung, wurde differenziert und erweitert. So kennt die ägyptische Religion keine endgültige Definition des Göttlichen und setzt an die Stelle einer dogmatischen Festlegung eine stetige Suche, die sich in Bild- und Textdokumenten über mehr als drei Jahrtausende verfolgen lässt. Die vielen Gestalten, die einen einzigen Gottesnamen zugeordnet werden können, sind Ausdruck der Vielschichtigkeit der Gotteserfahrung, die in einer einzigen Erscheinungsform völlig unzureichend gefasst wäre.

Letztendlich verkörpern alle Namen und Gestalten die Manifestation des Göttlichen. Der ägyptischen Religion wohnt ein latenter Monotheismus inne, den Echnaton in der kurzen Phase seiner Regierungszeit (1353-1344 v. Chr.) zur ersten monotheistischen Religion in der Geschichte verdichtet hat.

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