Projekt Beschreibung

LEBENDE WASSERWELT

Die erste Station unseres Rundgangs in der Ausstellung Weltmeer führt uns in die lebende Wasserwelt der Erde. Der Arktische Ozean, der Golf von Mexiko, die Karibik, der Atlantische Ozean, das Europäische Mittelmeer, der Indische-und Pazifische Ozean sowie der Antarktische Ozean werden hier in kleinen Schaufilmen erläutert.

Ferner erfahren wir auch Fakten über die Weltmeere: Die Gesamtfläche der Meere beträgt 361 Millionen Quadratkilometer und haben ein Gesamtvolumen von 1 370 Millionen Kubikkilometer! Die durchschnittliche Tiefe beträgt 3790 Meter, das Wasser macht nur 0,023 Prozent vom Gesamtgewicht der Erde aus. Das Wort „Ozean“ leitet sich her von Okeanos, einem griechischen Gott des Wassers und der Meere.

WARUM DAS MEER BLAU IST

Sonnenlicht besteht aus vielen Farben. Wenn Licht ins Wasser eindringt, wird es in verschiedene Richtungen gestreut und schließlich vom Wasser absorbiert – verschluckt. Wasser streut blaues Licht am stärksten, und es absorbiert rotes Licht am schnellsten. Im klaren Wasser strahlt so vor allem blaues Licht aus tieferen schichten zur Oberfläche zurück. Deshalb sehen wir das Meer oft blau.

WELCHE ANDEREN FARBEN HAT DAS MEER?

Planktonalgen absorbieren blaues und rotes Licht. Während der Planktonblüte wird so besonders gelbes und grünes Licht reflektiert, das Meer erscheint grün. Sedimentpartikel im Wasser streuen das Licht aller Wellenlängen, es erscheint grau. Sind gleichzeitig viele Algen vorhanden, wird es braun.
Weißer Sand in flachen Lagunen reflektiert alle färben. Auf dem Weg vom Boden und zurück verschluckt das Wasser aber schon viel Rot und gelb. Vor allem Blau und grün kommen zur Oberfläche zurück. Sie ergeben das bezaubernde Türkis.

WIE KOMMT DAS SALZ INS MEER?

Regen und Quellwasser lösen Salze aus den Gesteinen. Auch mit der Aktivität von Vulkanen gelangen Salze ins Meer. Der Salzgehalt steigt aber nicht an. Viele Organismen nehmen Mineralien in ihre Schalen und Skelette auf und lagern sie ab. Verdunstung bildet Salzkrusten an flachen Küsten. Im Pazifik lagern sich Mineralien in Manganknollen am Meeresboden ab.

SPEISESALZ

Vor etwa 250 Millionen Jahren bedeckte das Zechsteinmeer Teile von Nordeuropa. Bis zu 1 000 Meter mächtige Ablagerungen aus Kochsalz, Kali und Gips blieben nach der Verdunstung des Meeres zurück.
Das Zechsteinmeer gibt es nicht mehr. Sein Salz streuen wir uns aber noch heute in die Suppe.

BIODIVERSITÄT – OHNE VIELFALT KEIN LEBEN

Biodiversität ist der Fachausdruck für die biologische Vielfalt. Sie umfasst die genetische Vielfalt, die Vielzahl der Organismen und die ökologische Vielfalt. Ob als Fülle der Organismen und Lebensgemeinschaften oder als genetische Einzigartigkeit jedes Individuums: Das Phänomen Leben zeigt viele Seiten.

Es äußert sich nicht nur als Artenvielfalt. Die Evolution als Geschichte der Lebewesen in einer sich ständig wandelnden Umwelt beruht auf die Vielzahl der Lebenserscheinungen und ihrer fortwährenden Veränderung.

EIN MEER AUS PLASTIK – GEFANGEN IN DEN MEERESSTRÖMUNGEN

Jedes Jahr gelangen unvorstellbare sechs Millionen Tonnen Müll ins Meer, 90 Prozent davon bestehen aus Plastik.
Da es nicht verrottet, finden sich die Reste überall: von den Küsten bis in die Tiefsee, von der Ostsee bis in den Nordpazifik.
Unser Zivilisationsmüll ist die Ursache für den Tod von Millionen Meerestieren.

In den 1990er Jahren entdeckten Forscher riesige Müllansammlungen, die nahe der Meeresoberfläche durch den ganzen Nordpazifik kreisen.
Auch in anderen Ozeanen gibt es diese Müllteppiche.
Sie werden immer größer, denn ständig kommt immer neuer Abfall hinzu und es dauert länger als 450 Jahre bis sich eine Plastikflasche im Meer zersetzt.
80 Prozent des Mülls im Meer stammt vom Festland. Wir Menschen sorgen durch Abwässer, küstennahe Mülldeponien, illegale Entsorgung oder unser Picknick am Strand für stetigen Nachschub.

Wind, Flüsse und Überschwemmungen tragen den Müll vom Binnenland ins Meer. Die Schifffahrt trägt 20 Prozent des Mülls bei. Trotz eines internationalen Verbotes beseitigen viele Schiffe ihren Abfall im Meer. Hinzu kommen verloren gegangene oder entsorgte Fischernetze. Sie treiben fortan als Geisternetze durch die Ozeane.

MÜLLTEPPICHE IM MEER – TOD DURCH KUNSTSTOFF

Die großen ozeanischen Strömungssysteme bilden mehrere hundert Kilometer breite Wirbel. Dort fängt sich der im Meer treibende Müll und kreist ununterbrochen. Nur ein kleiner Teil erreicht irgendwann die Küsten. Viele Tiere verwechseln Müll mit Nahrung. So halten Meeresschildkröten Plastiktüten häufig für Quallen. Seevögel fressen treibende Plastikteile und verfüttern sie an ihre Jungen. Nicht selten verhungern die Tiere, weil sich ihr Magen statt mit Nahrung mit Müll anfüllt.

80 Prozent des Mülls im Meer stammt vom Festland. Wir Menschen sorgen durch Abwässer, küstennahe Mülldeponien, illegale Entsorgung oder unser Picknick am Strand für stetigen Nachschub. Wind, Flüsse und Überschwemmungen tragen den Müll vom Binnenland ins Meer.
Die Schifffahrt trägt 20 Prozent des Mülls bei. Trotz eines internationalen Verbotes beseitigen viele Schiffe ihren Abfall im Meer. Hinzu kommen verloren gegangene oder entsorgte Fischernetze. Sie treiben fortan als Geisternetze durch die Ozeane.

FOSSILIEN – DOKUMENTE FRÜHERER VIELFALT

Von der Flora und Fauna vergangener Erdzeitalter blieb nur ein winziger Teil als Fossil erhalten. In Sedimenten vor Verwesung geschützt, eingebettet in Baumharze oder konserviert durch Kieselsäure und Kalk. Fossilien erlauben Rückschlüsse auf die Lebensräume und die Ernährung ausgestorbener Organismen.

LEBENDE FOSSILIEN – PFEILSCHWANZKREBSE

Unter den Millionen Tierarten der Erde verbirgt sich manche Überraschung: die urtümlichen Pfeilschwanzkrebse ähneln zwar den Krebsen und heißen auch so, dennoch sind sie keine Kriegstiere, sondern die größten lebenden Spinnentieren.

Seit über 300 Millionen Jahren haben sie sich kaum verändert. Forscher nennmen sie daher „lebende Fossilien“ – Alljährlich kommen diese Meerestiere in großer Zahl zum Laichen an die Strände der amerikanischen Atlantikküste. Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen.

BARSCHARTIGE FISCHE

Die artenreichste Ordnung aller Wirbeltiere bilden die Barschartigen oder Perciformes. Als Ergebnis der Evolution bewundern wir eine enorm vielgestaltige Fischgruppe. Zu ihren mehr als 9000 Arten gehören viele der farbenprächtigen Korallenfische, große Thunfische und winzige Grundeln, aber auch der seltsame Schiffshalter und das giftbewehrte Petermännchen.

GEMEINSAMES IN DER VIELFALT

Alle barschartigen Fische besitzen zwei Rückenflossen: Die erste Flosse trägt stets harte Stachelstrahlen, die zweite nur weiche Flossenstrahlen.
Dieses Grundmuster ist jedoch bei manchen Arten abgewandelt und nicht gleich erkennbar. Auch Bauch- und Afterflossen tragen Hartstrahlen. Bei Barschartigen befinden sich weiterhin die Bauchflossen meist in der Nähe der Brustflossen.

Barschartige Fische
Muscheln und Schnecken
Barschartige Fische, Ozeaneum, Ausstellung Weltmeer
Tölpel
Barschartige Fische
Präparate Ozeaneum
Biodiversität
Biodiversität
Biodiversität
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IN DEN MAGAZINEN DER MUSEEN LAGERT EIN VERBORGENER SCHATZ

Viele Tier- und Pflanzenarten sind ausgestorben oder stehen kurz vor demAussterben. Oft blieben sie nur noch als Präparate in den Sammlungen der Museen erhalten.
Solche unwiederbringlichen Schätze, aber auch Pflanzen- und Tierbelege aus aktuellen Forschungsarbeiten lagern für die meisten Besucher unsichtbar in Museumsarchiven: den Magazinen.

In den riesigen Magazinen traditionsreicher Museen häuften Wissenschaftler über Jahrhunderte Präparare an. Mit den Fortschritten der Molekularbiologie stieg der wissenschaftliche Wert solcher Sammlungen weiter:
Historisches Pflanzen- und Tiermaterial ist zum Beispiel unverzichtbar für vergleichende genetische Untersuchungen. Die Bewahrung dieser unersetzbaren Schätze stellt eine wichtige Verpflichtung für die Museen dar.

SCHNECKEN UND MUSCHELN – KUNSTWERKE AUS KALK

Seit alters her bewundern und sammeln Menschen prächtige Schalen von Schnecken und Muscheln. Der Reichtum ihrer Gestalt demonstriert eindrucksvoll die Vielfalt des Lebens. Die Kalkschalen schützen den Körper dieser Weichtiere. Ob die farbigen Muster eine Funktion haben? Das blieb bisher noch weitgehend unbekannt.

Bildimpressionen aus der Ausstellung „Weltmeer“ Ozeaneum Stralsund. Alle Fotos © Janka Heißinger
Beschreibung der Exponate übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung, © Ozeaneum