Raum Religion – Museum Ägyptischer Kunst

Es war die vornehmste Aufgabe des Künstlers, Gott in Bild zu fassen – eine Unmöglichkeit, die in der Mischgestalt aus Mensch und Tier ihren bildlichen Ausdruck fand. Sie ist das Bild des nicht Abbildbaren, sie materialisiert religiöse Erfahrung und theologische Spekulation in nie geschauten Formen: Gott wird sichtbar im Medium der Wirklichkeit stiftenden ägyptischen Kunst.

Der ägyptische Gottesbegriff wurde nie endgültig fixiert, sondern befand sich unstetiger Veränderung, wurde differenziert und erweitert. So kennt die ägyptische Religion keine endgültige Definition des Göttlichen und setzt an die Stelle einer dogmatischen Festlegung eine stetige Suche, die sich in Bild- und Textdokumenten über mehr als drei Jahrtausende verfolgen lässt. Die vielen Gestalten, die einen einzigen Gottesnamen zugeordnet werden können, sind Ausdruck der Vielschichtigkeit der Gotteserfahrung, die in einer einzigen Erscheinungsform völlig unzureichend gefasst wäre.

Letztendlich verkörpern alle Namen und gestalten die Manifestation des Göttlichen. Der ägyptischen Religion wohnt ein latenter Monotheismus inne, den Echnaton in der kurzen Phase seiner Regierungszeit (1353-1344 v. Chr.) zur ersten monotheistischen Religion in der Geschichte verdichtet hat.

Weitere Themen dazu:
Woher kommen die Götter und
Götter im Alten Ägypten

Bildrechte & Texte

Bildimpressionen aus dem Museum Ägyptischer Kunst  in München
Alle Fotos © Janka Heißinger

Beschreibung der Exponate und Eingangstexte übernommen den Hinweistafeln im Museum.

Das Münchner Buch der Ägyptischen Kunst
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung im Neuen Museum: 100 Meisterwerke

Letzte Aktualisierung am 20.02.2019 um 20:29 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API