Raum Kunst und Form – Museum Ägyptischer Kunst

Über eine breite Freitreppe und eine noch tiefer hinabführende Rampe betritt der Besucher große, kirchenschiffähnliche Räume, die von einem versenkten Atrium Tageslicht erhalten.

Die dreidimensionale Darstellung, die Rundplastik, bildet im Alten Ägypten das vornehmste Medium künstlerischen Schaffens. Die Götterbilder in den Tempeln und die Kultbilder der Verstorbenen im Grab sind Statuen, in denen das Wesen der Dargestellten auf ewig greifbar bleibt. In der Stand-Schreitfigur ist eine virtuelle Bewegung angelegt, die eines Raumes bedarf.

Dieser Raum ist das wesentliche Element der formalen Struktur altägyptischer Plastik. Er ist definiert durch die rechteckige Basis und den Rückenpfeiler. Diese horizontalen und vertikalen Koordinaten umschreiben einen unsichtbaren Kubus: das räumliche Bezugssystem, in dem sich die Figur entfalten kann.

Die gestalterischen Prinzipien der Reliefs bemühen sich um die Lösung des Problems der Darstellung dreidimensionaler Realität in der Fläche. Mit dem “ägyptischen Kubimus” ist eine Darstellungsform gefunden worden, die ein Rundplastisches Motiv ohne Informationsverlust in die Fläche überträgt.
Kopf, Unterkörper und Beine sind im Profil dargestellt, Auge und Oberkörper in Frontalansicht, Mundpartie und Bauch in leichter Schrägansicht.
Verschiedene Ansichtsebenen sind in eine gemeinsame Fläche projiziert; so so wird das nur nacheinander Erfahrbare gleichzeitig gemacht.

Das Münchner Buch der Ägyptischen Kunst
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung im Neuen Museum: 100 Meisterwerke

Letzte Aktualisierung am 20.02.2019 um 20:29 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Bildrechte & Texte

Bildimpressionen aus dem Museum Ägyptischer Kunst  in München
Alle Fotos © Janka Heißinger

Beschreibung der Exponate und Eingangstexte übernommen den Hinweistafeln im Museum.