OZEANEUM – Ausstellung Ostsee

Die zweite Station unseres Rundgangs – Ausstellung Ostsee, das Meer in unserer Mitte – wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate und Texte übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.

Ein paar Vitrinen, Schautafeln und Exponate dieser Ausstellung im Überblick

In dieser Station der Ausstellung bekommen wir in dem in grün gehaltene Raum ein Bild der verschiedenen Küstenformen mit ihren typischen Lebensgemeinschaften. Interaktiv erklärt wird auch, dass der Bodden ein inneres Küstenwasser ist oder warum Dorsche knurren.

In mehrere Groß- und Wandvitrinen widmet sich die Ausstellung Ostsee dem Thema Plankton, sowie Fische und Muscheln. Die Plankton- Modelle wurden auf das 25-fach bis 4 000-fache vergrößert, um es für das menschliche Auge sichtbar zu machen.

Vögel und Säuger der Ostseeregion werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt. In den Robbenvitrinen – Modelle der drei in der Ostsee heimischen Robbenarten.

Ostseefische – Leben am Limit

In der Ostsee leben mehr als 140 Fischarten. Sie wanderten seit der letzten Eiszeit aus dem Meer und dem Süßwasser ein.

Die kurze Zeit seit der Entstehung der Ostsee reichte nicht für die Entwicklung nur hier heimischer Fischarten. Meeresfläche bevorzugen salzreiches Wasser.
Es begrenzt jedoch die Verbreitung der Süßwasserarten. Wanderfische ertragen dagegen unterschiedliche Salzgehalte und kommen im Brackwasser der Ostsee überall vor.

Die Fischfauna in der Ostsee

Der unterschiedliche Salzgehalt in den Ostseeregionen lässt entweder Meeresfläche oder Süßwasserfische vorherrschen. In den salzarmen nordöstlichen Regionen kommen viele der marinen Fische nicht mehr vor, so daß auch die Gesamtzahl der Arten dort am geringsten ist.
Die Anzahl der Wanderfischarten wie Aal, Meerforelle oder Lachs ändert sich in den Ostseeregionen nur wenig.

Ostseeküsten

Die Küsten der Ostsee bieten vielen Fischarten Nahrungsgründe und Fortpflanzungsgebiete. In der südlichen Ostsee wechseln Seegraswiesen mit offenen Sandflächen und Steinfeldern. Weiter nördlich bilden die Schären eine reich gegliederte Felsenküste.
Typische Fische der Ostseeküste sind: Ostseesprotte, Meerforelle, Hornhecht, Heringe, Flunder, Scholle, Aalmutter.

Dorsche in der Ostsee – Sauerstoff, Salz und Wind für den Nachwuchs

Dorsche laichen in tiefen Becken und Rinnen der Ostsee, wo sich salz- und sauerstoffreiches Wasser sammelt. Ihre Eier entwickeln sich nur, wenn sie im Wasser schweben. Dazu muss der Salzgehalt mindestens 11 Promille betragen. Ohne Sauerstoff sterben die Eier dennoch ab.
Ideale Bedingungen herrschen nach Salzwassereinbrüchen. Wind und Strömungen verdriften die Jungdorsche zu den Aufwuchsgebieten in flacheren Küstengewässern.

Das Ende der Dorschfischerei?

Ostseedorsch ist ein begehrter Speisefisch. Fischer und Angler fangen jedoch zu viele Dorsche. Zugleich mangelt es an Dorschnachwuchs. Das birgt große Risiken: Die geschwächten Bestände können zusammenbrechen. Ohne eine vernünftige Fischereipolitik und ohne wirksame Kontrollen der Fischerei in der gesamten Ostsee sieht die Zukunft der Dorsche schlecht aus. Die Zeit drängt.

Bodden und Haffe

Bodden und Haffe sind salzärmer aber viel nährstoffreicher als die offene Ostsee. Wind und Wellen durchmischen diese flachen Gewässer regelmäßig und die Sonne erwärmt das Wasser schnell. Im reichen Fischbestand überwiegen Süßwasserarten.

Typische Fische von Bodden und Haffe sind: Stint, Fluss- und Kaulbarsch, Zander, Ukelei, Blei, Dorsch, Hecht und Schnäpel, Hering, Quappe und Flunder. Generelle ganzjährige Fangverbote bestehen für die Fischarten Finte, Flussneunauge, Maifisch, Meerneunauge, Nordseeschnäpel, Atlantischer Stör, Zährte sowie Ziege.

Meeresboden

Weicher Schlick, Sand, Muschelbänke oder hartes Gestein – der Meeresgrund ist vielgestaltig. Auf und in ihm leben Krebstiere, Borstenwürmer und Muscheln, von denen sich die Bodenfische ernähren. Sand- und Kiesabbau sowie die Grundnetzschleppfischerei zerstören diese Lebensgemeinschaften für lange Zeit. Typische Fische des Meeresbodens sind: Vierbärtelige Seequappe, Schwarzgrundel und Seeskorpion, Scholle und Kliesche, Heilbutt und Aal.

Eine übergroße Planktonwolke veranschaulicht die Vielfalt des Planktons in den Ozeanen.

Blaualgen – eine der ältesten Lebensform

Blaualgen gehören zu den urtümlichsten Lebensformen. In der Wissenschaft heißen sie Cyanos, denn die Struktur ihrer Zellen ist den Bakterien sehr ähnlich.
Wie Algen nutzen sie das Sonnenlicht für die Photosynthese und produzieren energiereiche Substanzen. Bei Nährstoffmangel könnende Stickstoff aus der Luft aufnehmen.

Larvenmodell einer Strandkrabbe in 100-facher Vergrößerung.

Sandstrände – vom Meer aufgebaut

Die Flachküsten der südlichen Ostsee bestehen aus Sand und Kies.
Sturm entreißt ihnen Lockermaterial. Das Meer transportiert es längs der Küste und lagert es an anderer Stelle wieder ab.
So entstehen die Bauwerke des Meeres – Sandbänke im Flachwasser, Sandhaken und Nehrungen entlang der Küsten.

Wat- oder Schnepfenvögel

Fast alle dieser meist langbeinigen Vögel haben sich an das Küstenleben angepasst. Zur Zugzeit fallen sie oft in dichten Trupps an der Küste ein, wo sie mit ihren Schnäbeln rastlos nach Nahrung stochern.

Am Schärenmeer

Im Norden der Ostsee hinterließ die Eiszeit buckelförmige Schären. Auf diesen kleinen Felseninseln sammeln sich häufig Enten, Gänse und Wattvögel.







Gejagte Jäger – Robben

Drei Robbenarten leben in der Ostsee – Kegelrobben, Ringelrobben und Seehund. Anfang des 20. Jahrhunderts erlitten Robben infolge der gnadenlosen Jagd riesige Verluste. Seit 1970 schrumpfen die Bestände weiter, vor allen wegen der industriellen Schadstoffe und des zunehmenden Tourismus.

Kegelrobben in der Ostsee

Auf der Jagd tauchen Robben bis in Tiefen von 70 Metern. An Land verbringen sie nur wenig Zeit: zum Gebären, zur Paarung und zum Haarwechsel. In jüngerer zeit halten sich Kegelrobben auch im Greifswalder Bodden wieder regelmäßig auf.

Zwischen Land und Meer – Die Bodden

Die Eiszeit hinterließ im Südwesten der heutigen Ostsee eine hügelige Landschaft mit flachen Mulden. Mit dem allmählichen Anstieg des Meeresspiegels füllten sich diese Vertiefungen mit Wasser. Nur Erhebungen ragten als Inseln noch heraus.
An solchen Inselkernen wachsen bis heute Landzungen und schnüren die Bodden zunehmend vom Meer ab. Es entstehen innere, flache Küstengewässer. Die meisten Bodden sind nur wie bis fünf Meter tief.

Salzwiesen – Kulturlandschaften am Boddenufer

An vielen flachen Boddenküsten bringt das Brackwasser Salz in die Uferbereiche. Dort wachsen salzliebende Landpflanzen. Halten beweiden oder Mahd anderen Bewuchs kurz, entstehen ausgedehnte Salzwiesen. Sie bieten natürliche Überflutungsräume. Ohne Salzeintrag und ohne menschliche Nutzung ginge ihr einzigartiger Charakter allmählich verloren.

Seeadler – vor dem Aussterben bewahrt

Seeadler sind die größten Greifvögel an der Ostsee. Vor 100 Jahren hatten Menschen die Adler fast ausgerottet, frühe Bemühungen der Vogelschutzverbände retteten sie. Um 1950 brüteten in Mecklenburg-Vorpommern wieder 80 Paare. Dann litten die Greife unter dem Umweltgift DDT. Seit dem Verbot des Giftes gewannen die Adler neuen Aufwind. Dazu trägt auch die ehrenamtliche Betreuung der Horste bei.

Seeadler am zugefrorenen Bodden – Im Eiswinter versammeln sich mitunter bis zu 50 Seeadler an offenen Wasserflächen und Fahrrinnen. Ein weißer Schwanz und einkräftiger gelber Schnabel kennzeichnen die ausgewachsenen Tiere. Daneben eine Nebelkrähe.