OZEANEUM STRALSUND – Erforschung und Nutzung der Meere

Die dritte Station unseres Rundgangs – Erforschung und Nutzung der Meere – führt uns nach Betreten der leicht geneigten Bodenfläche an Deck eines Forschungsschiffes auf See.
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate und Texte übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.

Ein paar Vitrinen, Schautafeln und Exponate dieser Ausstellung im Überblick

Wie sich Überfischung, Umweltverschmutzung und Schifffahrt auf die Meere auswirken und wie aufwändig die Meeresforschung ist, sind Hauptthemen dieser Ausstellung. Grafiken führen vor Augen wie eine über Jahrzehnte verfehlte Fischereipolitik zum Raubbau an unseren Meeren geführt hat.
Mit einer Reling abgegrenzte Schauvitrinen an den Wänden, Schaugläsern mit Präparaten und ein präparierter Eisbär, zeigen die Vielfalt des Lebens unter und im Wasser.

In einer fiktiven, zehnminütige Tauchfahrt aus der Sicht im Tauchboot kann man im Tauchfahrtkino auf eine Reise von der Ostseeküste bis zum Mittelatlantischen Rücken in 4 000 Metern Tiefe gehen.

Forschungsschiffe im Maßstab 1:50, wie Maria S. Merian, Sonne, Meteor und Polarstern sind zu sehen, ebenso historische Tauchhelme, Modelle von Satelliten und Forschungstauchbooten.

Sehenswert ist das gut zwei Meter lange und eine Tonne schwere Tauchboot MANTIS.

Eisbär in Not

Eisbären leben in der Arktis. Sie bringen ihren Nachwuchs in Eishöhlen auf die Welt. Weil die Eisdecke im Frühjahr schmilzt, müssen die jungen Eisbären vorzeitig im das kalte Wasser. Hinzu kommt: Die Tiere müssen immer weitere Strecken wandern, um an Futter zu gelangen.

Tiefsee-Fotoschlitten

In den 1970er jähren wurde dieser Kameraschlitten hinter einem Forschungsschiff über den Meeresboden geschleppt. Aus mehr als 5 000 Metern Tiefe sendeten Kameras erste Bilder von Manganknollenfeldern. Masse des Schlittens: 1,5 Tonnen.

Messmast ARKONA

Stationen wie dieser Messmast gehören zu dem Messnetz MARNET, das Nord- und Ostsee überwacht. Sie messen Wind und Wellengang, Temperatur, Sauerstoff- und Salzgehalt des Wassers und vieles mehr.
Modell Maßstab 1:20

Vom Meeresgrund bis zur Wasseroberfläche kommt Technik zum Einsatz, um die Ozeane genauer zu erforschen.

Kranz-Wasserschöpfer bringen Wasserproben aus verschiedenen Tiefen zum Forschungsschiff. Beim Herablassen ermitteln Messsonden Tiefe, Temperatur, Salzgehalt und Trübung. Die Daten übertragen sie an Bord des Schiffes.
Beim Heraufholen legen die Forscher fest, in welcher Tiefe welcher Schöpfer schließt. Sie können bis zu 24 Proben von je 10 Liter aus ganz verschiednen Tiefen entnehmen. Aus diesen Proben gewinnen die Forscher Erkenntnisse über Eigenschaften des Wassers in verschiedenen Stockwerken des Meeres.

ROV Cherokee – Nachbau

Der Cherokee ist ein ferngesteuertes Tauchfahrzeug – ein ROV. Das Kürzel bedeutet: Remotely Operated Vehicle. Wissenschaftler manövrieren das ROV vom Forschungsschiff aus. Der Cherokee kann bis zu 1 000 Meter tief tauchen.

Die 65 speziell für die Ausstellung angefertigten Schaugläser zeigen exemplarisch die Vielfalt im Meer.

Auf Forschungsmission

Rund 25 deutsche Forschungsschiffe befahren alle Meere – von der Arktis bis zur Antarktis, vom Schwarzen Meer bis zum Pazifik.
Im Atlantik erforscht die WALTHER HERWIG III Nutzfische und deren Lebensgemeinschaften. Die WEGA vermisst Küstengewässer und sucht in Ost- und Nordsee gefährliche Wracks. Vielseitig einsetzbar ist die POSEIDON. Die POLARFUCHS forscht in der Ostsee.
Große Schiffe, wie die METEOR, die SONNE, die POLARSTERN und die MARIA S.MERIAN, gleichen schwimmenden Großlabors – vollgestopft mit raffinierter Technik.

Die Polar 5 befindet sich seit 2007 im Einsatz. Sie dient Forschern in der Arktis und der Antarktis. Der Rumpf enthält im Boden und Decke Öffnungen für Messsonden und Kameras. In den Polargebieten messen die Geräte Wetterdaten, Eisdicke und vieles mehr. Kameras erfassen die Verteilung von Eisdecken.

Lotsenschiff HANSE

Model 1:50. Seit 1999 verrichten die Lotsen in der Deutschen Bucht ihren Dienst mit Doppelrumpfschiffen. Die Bauweise vermindert das Stampfen und Schlingern der Schiffe bei schwerer See.

Hightech-Tonne

Über 1 000 Leuchttonnen markieren an der deutschen Ostseeküste die Fahrwasser und gefährliche Hindernisse. Diese „Seelaternen“ arbeiten mit leistungsstarken LED-Lichtquellen. Sie erhalten ihre Energie aus langlebigen Akkumulatoren, die über Solarmodule nachgeladen werden.