Meeresmuseum Stralsund – Wale und Delfine

Im ehemaligen Chor der Katharinenhalle befindet sich die Dauerausstellung „Wale und Delfine“.
Die Exponate stammen teilweise von verirrten Tieren in die Ostsee oder waren Mitbringsel der ehemaligen DDR-Fischereiflotte.
Für die Delfin-Gruppe im Chor der Katharinenhalle wurde der Abdruck eines einzelnen Delphins, der als Beifang in ein Fangnetz vor der westafrikanischen Küste geriet, mehrmals – in unterschiedlicher Haltung – zu kopiert.
Ferner sind das Skelett eines Weißschnauzendelfins aus den 90er Jahren und eines 15 Meter langen Finnwales zu sehen, der im Jahr 1825 an der Westküste Rügens strandete.

Atmen und Tauchen

Wale haben Lungen und müssen zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen. Wenn große Wale ausatmen, entsteht eine charakteristische Dampfwolke. Beim Finnwal werden innerhalb von 2 Sekunden 2000l Atemluft durch die Blaslöcher aus- und eingeatmet.
Wale und Delphine sind keine Fische, sondern an das Leben im Wasser angepasste Säugetiere. Die Entwicklung eines Delphins bis zur Geburt dauert je nach Art 10 – 12 Monate. Die Geburt erfolgt fast immer in Schwanzlage. Schon während des Geburtsvorgangs festigt sich die Schwanzflosse des Jungtiers, deshalb kann es nach der Geburt sofort selbständig zum ersten Atemzug an die Wasseroberfläche schwimmen. Die Jungen werden gesäugt und längere Zeit vom Muttertier betreut. Der Spieltrieb bei Delphinen ist stark ausgeprägt, auch erwachsene Delphine spielen noch gerne.

Nördlicher Entenwal (Hyperoodon pullatus)

Der Entenwal (Butzkopf oder Dögling genannt), strandete an der flachen Küste von Hiddensee. Es war ein 8 m langes und 5,8 t schweres, säugendes Weibchen. Er gehört zur Familie der seltenen Schnabelwale.

Schweinswal

Schweinswale bewohnen den Nordatlantik und Nordpazifik, aber auch die Ostsee und das Schwarze Meer. Diese kleinen Zahnwale werden nur 1,80m lang. Sie sind scheu und springen nicht. Nur wenn sie auftauchen, kann man für wenige Sekunden einen Teil ihres Rückens sehen.

Bildimpressionen aus der Ausstellung „Wale und Delfine“ Meeresmuseum Stralsund
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.

Walfang und Scimshaw

Im 8. und 19. Jahrhundert waren Pottwale die bevorzugte Beute der Walfänger. Auf den Walfängerschiffen nutzen die Matrosen ihre freie Zeit, um figürliche Motive in Pottwalzähne zu ritzen. Diese wurden mit Ruß und Waltran sichtbar gemacht. So entstanden kleine Kunstwerke, meistens mit eindrucksvollen Walfangszenen.
Mit der Zeit entstand ein Sammlermarkt für diese Scimshaws.

Walfänger bescheren der Damenwelt eine schlanke Taille

Im 16. Jahrhundert setzte in Europa ein verstärkter Walfang ein. Ursache dafür war der wachsende Bedarf der Bevölkerung an Öl und Fett.
Bevorzugte Jagdobjekte wurden die arktischen Bartenwale Nordkaper und Grönlandwal. Diese Wale schwimmen langsam und die erlegten Tiere gehen nicht unter.
In der Modewelt Europas setzte sich das Fischbeinkorsett durch. Aus Walbarten – dem Fischbein – schnitt man Miederstäbe und schob sie in genähte Falten der Korsetts. Sie versteiften die Form des Brust- und Rückenteils und halfen, die Taillen der Damen zu betonen.