Meeresmuseum Stralsund – Polare Regionen

Eisbär – Ursus maritimus

Der Lebensraum des Eisbären wird vom Eis bestimmt. Während seiner jährlichen Wanderung zwischen dem Winterquartier und den sommerlichen Jagdgründen legt er im Durchschnitt 300 – 400 km zurück. Durch die Vermischung von kaltem, nährstoffreichen Tiefenwasser mit den warmen Wassermassen des Golfstroms, kommt es im Sommer an der Eisgrenze zu einer starken Entwicklung von Kleinstlebewesen. Dieses Plankton steht am Anfang der Nahrungskette, die über Fische bis hin zu den Robben, Walen und den Einzähnern reicht.
Die Hauptnahrung der Eisbären sind Ringelrobben, die hier ihre größte Populationsdichte haben.

Biologie und Anpassung an den Lebensraum

Die dicke Unterwolle des Eisbärenfells wird von Grannenhaaren bedeckt, die bei Nässe verkleben und so eine wasserdichte Hülle bilden. Sie sind hohl und wirken dadurch isolierend. Auf diese Weise reduzieren sie den Wärmeverlust des Bären und verhindern, dass er zu schnell auskühlt.
Seine schwarze haut funktioniert wie eine Licht- oder Wärmefalle. Eine Fettschicht, die über die Hälfte des Körpergewichts ausmacht, dient neben der Wärmeisolation als lebensnotwendige Energiereserve.
Mit Ausnahme der Ballen sind die Füße behaart. Die Zehen sind bis zur halben Länge durch eine Schwimmhaut verbunden.

Die globale Erwärmung und die Folgen für die Zukunft der Eisbären

Durch die globale Erwärmung gehen die Eismassen in der Arktis allmählich zurück. Es kommt zum Wegschmelzen des arktischen Lebensraumes.
Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Eisbären. Auch die Schneewehen werden immer dünner und der Schutz der Wurfhöhlen schwindet.
Innerhalb der letzten zwanzig Jahre verringerte sich die jährliche Eisperiode um etwa zwei Wochen und die Geburtenrate sowie das Gewicht der Bären sanken um rund zehn Prozent.



Walross und Eskimo

Der berühmte Präparator Hermann H. TER MEER (1871 – 1934) zog erstmals die gegerbte Haut über eine exakt nachgeformte Plastik des Tierkörpers und schuf so äußerst naturgetreue Dermoplastiken (Derma = Haut).

Die arktischen Ureinwohner, die Eskimos, lebten jahrhundertelang als Jäger vorwiegend von großen Meeressäugern, besonders von Walrossen. Sie siedelten sich deshalb nur dort an, wo diese großen Robben vorkamen. Auch in der Religion spielten die Walrosse eine wichtige Rolle. Grenzenlose industrielle Nutzung durch Europäer und Amerikaner führte beinahe zur Ausrottung der Art, bevor Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Heute dürfen die Eskimos einzelne Tiere für ihren Lebensunterhalt erbeuten. Das Tier wird restlos verarbeitet.
Von einem Walross kann eine zehnköpfige Familie drei Monate leben.

Skrupellose Wilderer, die nur wegen dem Elfenbein die Tiere abschlachten, sind gegenwärtig die größte Gefahr für die restlichen Bestände.

Bildimpressionen aus der Ausstellung „Mensch und Meer“ Meeresmuseum Stralsund – ein kleiner Auszug.
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.

Kaiserpinguin

Kaiserpinguine brüten auf dem Antarktischen Eis. Während der sechsmonatigen Aufzucht der Küken gehen Vater und Mutter auf Nahrungssuche. Bis sie zurückkommen dauert es viele Tage. Sie müssen weite Strecken laufen oder rutschen und bis zu 100 Kilometer lange Hin- und Rückweg zwischen den weit entlegenen Brutplätzen und dem offenen Meer bewältigen.

In dieser Zeit bleiben die Jungtiere ohne Eltern und sammeln sich in „Kindergärten“. Als Beschützer bleiben einzelne Alttiere zurück.
Kaiserpinguine sind mit bis zu 130 Zentimeter Körpergröße die größte aller Pinguinarten.