Meeresmuseum Stralsund – Mensch und Meer

Vielfältiges und buntes Leben im gesunden, vom Menschen ungestörte Korallenriff vs. geschädigtes und krankes Riff.
Der Leitgedanke dieser Exposition im Meeresmuseum Stralsund: „Ein gesundes Meer – Voraussetzung für das Leben auf der Erde!“

Das Weltmeer ist der größte, von Leben erfüllte Raum der Erde. Die Vielfalt des Lebens im Meer hat sich in Millionen von Jahren entwickelt. Meeresorganismen dienen durch ihre zahlreichen ökologischen Funktionen auch der Erhaltung des Lebens auf der ganzen Erde.
Die Ausbeutung und Zerstörung dieser biologischen Schatzkammer durch den Menschen schreitet heute schneller voran, als sich die Systeme regenerieren können. Dabei hat die nachhaltige Nutzung, etwa zur Gewinnung vielfältiger Nahrung für den Menschen oder von pharmazeutischen Produkten noch gar nicht richtig begonnen.

Sattelrobben

Früher wurden die Sattelrobbenbabys wegen des weißen, flauschigen Felles („white coat“), aus denen man Pelzmäntel herstellte, grausam erschlagen. Dieses brutale Abschlachten erregte weltweit Proteste, und die Europäische Gemeinschaft verbot 1983 die Einfuhr von Jungrobbenfellen.
Bis 1995 konnten die Babys jetzt umgestört auf ihren Wurfplätzen aufwachsen. Touristen kamen zum „Seal-watching“, um die niedlichen Tiere zu bestaunen. Aus Angst vor arbeitslosen Fischern verteilt die kanadischen Regierung seit 1996 wieder jährlich 5000 Lizenzen an Robbenjägern, die 275.000 Sattelrobbenbabys z.B. für Potenzmittel aus Robbenpenissen töten.



Gotteslachs

Der Gotteslachs (Lampris guttatus), auch Opah genannt, hat eine ähnliche Körperform wie der Mondfisch und wird etwa 180 cm groß. Beide hier gezeigten Fische kommen aus dem Atlantik. Der Gotteslachs ist im Gegensatz zum Mola Mola sehr schmackhaft.

Ringelrobben

Ringelrobben leben vorwiegend in der nördlichen Ostsee und gelangen nur vereinzelt in deren südlichen Teil.
Hundsrobben schwimmen im Gegensatz zu den Ohrenrobben, z.B. Seebären, mit den Hinterflossen.

Kegelrobben

Kegelrobben, Ostsee-Kegelrobben (Halichoerus grypus balticus) gelten als eigenständige Unterart und kommen lediglich an wenigen Stellen der Küsten Polens und Mecklenburg-Vorpommerns vor.

Häufigste Robbenart an der deutschen Küste

Seehunde leben weit verbreitet im Wattenmeer der Nordsee und seltener in der westlichen Ostsee. Früher wurden sie überall verfolgt und der Bestand ging stark zurück.
Erst durch weit gehendes Jagdverbot ab 1974 sowie die Einrichtung von Seehundruhezonen und Nationalparks ab 1985 nahm ihre Anzahl zu. Aber große Verluste gab es wieder 1988, als etwa 18.000 Tiere an einer Virusepidemie starben.

Bildimpressionen aus der Ausstellung „Mensch und Meer“ Meeresmuseum Stralsund – ein kleiner Auszug.
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.

Mondfisch

Der Mondfisch (Mola Mola) ist ein schlechter Schwimmer, da der Schwanz, wichtigstes Antriebsorgan der meisten Fische, zu einem kurzen Flossensaum reduziert ist. Die scheibenförmige Gestalt, die großen, segelartigen Rücken- und Afterflossen und ein leichtes Skelett befähigen ihn dafür gut zu passivem Treiben in Meeresströmungen.
Er besitzt eine dicke, feste Knorpelschicht unter der harten Haut und sie dient als Panzer. Auch Larvenkörper sind gepanzert und mit Stacheln bewachsen. Verluste werden durch große Fruchtbarkeit ausgeglichen: Bis zu 300 Millionen Eier – höchste Eizahl aller Fische!

Er wird bis zu 4m lang bei einem Gewicht bis 2 000 kg. Wenig bejagt, da sein Fleisch kaum genießbar ist. Als Nahrung dienen ihm freischwimmende Schnecken und Kopffüßer, Krebse, Fische und Quallen.