Meeresmuseum Stralsund – Lummenfelsen

Seit der Besiedlung Helgolands nutzten seine Bewohner, die sich vorwiegend von der Fischerei ernährten, auch die Eier, die Federn und das Fleisch der dort brütenden Seevögel für ihren Lebensunterhalt. Erst als man in 19 Jahrhundert viele Möwen der Mode opferte, und die Gäste des Seebades ebenfalls nach Belieben Vögel schießen durften, erfolgte die Vernichtung der Bestände einige Arten. Kriegseinwirkungen führten zum weiteren Niedergang der noch verbliebenen Brutkolonien.

Symbol für den Naturschutz an deutschen Küsten

1964 wurde dieser einmalige Seevogelbrutplatz Deutschlands zum Naturschutzgebiet erklärt. Größeres Nahrungsangebot an Fischereiabfällen durch verstärkte Fischerei, aber auch verbesserte Schutzmaßnahmen bewirkten ein Anwachsen der Brutkolonie; neue Arten siedelten sich an. Hunderttausende Inselbesucher können nun jedes Jahr das eindrucksvolle Geschehen an den Brutfelsen erleben.

Tödliches Nistmaterial

Baßtölpel sammeln auf offener See Netzreste als Nistmaterial. Sie können die farbigen Kunststoffgarne nicht von treibendem Seegras oder Algen unterscheiden. Sowohl brütende Altvögel als auch ihre Küken verheddern sich im Netzgewirr und sterben einen langsamen Tod. Auch Lummen sind davon betroffen, sie verfangen sich im Plastikmüll und erdrosseln sich bei dem vergeblichen Versuch, sich wieder zu befreien.
Naturschützer sind machtlos, da die Nester in den steilen und brüchigen Felsen selbst für erfahrene Kletterer unzugänglich sind.

Bildimpressionen – Meeresmuseum Stralsund
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.

Lummen- Rollschutz für die Eier

Lummen legen ihr einziges Ei auf den nackten Fels. Sie wärmen und bebrüten es auf ihren Füßen. Die Übergabe zwischen den Eltern ist riskant, da das Ei schnell von der Klippe rollen kann. Die Natur hat vorgesorgt: Das Ei ist kreiselförmig und dreht sich nur um sich selbst. Zusätzlich schützt die raue Oberfläche der Schale das Ei vor dem Abrutschen vom Fels.