Meeresmuseum Stralsund – Krabben und Krebse

Amerikanischer Hummer

An der felsigen Küste des Nordatlantik kommen zwei Hummersrten vor: der Europäische Hummer (Homarus gammarus) und der größere Amerikanische Hummer (Homarus americanus).

Der Amerikanische Hummer ist an der atlantischen Küste Nordamerikas von Labrador bis North Carolina verbreitet. Diese Art wird wirtschaftlich besonders intensiv genutzt. Ein Zusammenbruch der Hummerbestände an der amerikanischen Küste konnte aber bisher durch die streng geregelte Bewirtschaftung in festgelegten Fangzonen verhindert werden.

Im kalten, klaren Wasser suchen die Hummer entlang der felsigen Küsten in 2 bis 40 m Tiefe nach geeigneten Wohnhöhlen. Diese gewonnenen Reviere werden konsequent gegen Eindringlinge verteidigt. Dabei kommen die wehrhaften Scheren, die besonders beim Männchen stärker ausgeprägt sind, zum Einsatz. Kämpfe zwischen solchen Rivalen enden oft mit dem Verlust eines Körperteils beim schwächeren Tier, welches sich dann zurückzieht und im Laufe weiterer Häutungen zur Regeneration der verlorenen Gliedmaßen fähig ist.

Begehrte Delikatesse

Hummer sind die bekanntesten marinen Krebse. Vor natürlichen Feinde sind sie gut geschützt. Doch selbst wehrhafter, stark verkalkter Panzer nützt ihnen wenig seitdem der Mensch entdeckte, daß das Muschelfleisch von vorzüglichem Geschmack ist. Noch im Mittelalter war der Flußkrebs bevorzugtes „Krebsthier“. Der Hummer galt dagegen als weniger schmackhaft, und über seine Lebensweise und sein Aussehen gab es recht abenteuerliche Vorstellungen.
Erst ab dem 17. Jahrhundert wurde dieser „ungeheuerliche Meerkrebs“, zunächst an den europäischen Königshäusern, zu einer begehrten Delikatesse.
Heute sind die Hummerbestände durch die Fischerei gefährdet. Dem versucht man durch strenge gesetzliche Fangbeschränkungen zu begegnen. Außerdem laufen zahlreiche Zuchtversuche, um den Hummer künftig in Aquakulturen industriemäßig vermehren zu können.

Japanische Riesenkrabbe

Dieser größte Krebs ist auch das größte Gliedertier der Erde. Er hat ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet an den Pazifikküsten Japans. Die Spannweite der Scherenbeine kann beim Männchen (hier wird ein Männchen vermutet) bis zu drei Meter betragen, die der Weibchen sind wesentlich kürzer. Riesenkrabben leben im unzugänglichen Lebensraum in 50 – 300 m Tiefe auf Sand- und Schlickgründen. Sie ernähren sich von Weichtieren, kleinen Krebsen und Aas. Der japanische Name lautet „taka ashi gani“, was Hochbeinkrebs bedeutet.

Kamtschatkakrabbe

Das hier gezeigte Präparat einer Kamtschatkakrabbe (Paralithodes camtschaticus) wurde 1973 in der Beringsee gefangen.

Vom Wasserfloh bis zur japanischen Riesenkrabbe

Von den größten Zehnfußkrebsen gibt es 8 300 Arten – dazu gehören Garnelen, Krabben, Langusten und Hummer. Vom Wasserfloh bis zur japanischen Riesenkrabbe, amerikanischer Hummer oder Kamtschatkakrabbe – in dieser Ausstellung ist so ziemlich alles vertreten.

Bildimpressionen aus der Ausstellung „Mensch und Meer“ Meeresmuseum Stralsund – ein kleiner Auszug.
Alle Fotos © J.Heißinger – Beschreibung der Exponate übernommen den Hinweistafeln der Ausstellung.