Verschiedene Möglichkeiten um Plexiglas zu verarbeiten

biegen # formen # kleben # schneiden

Im ersten Teil dieses Praxisseminars wurden bereits die Unterschiede zwischen den Produkten GS (Guss-Verfahren) und XT (Extrusions-Verfahren) kennen gelernt. Bis auf wenige Ausnahmen werden beide Produkte mit den gleichen Werkstoffen bearbeitet, auf die wir nachfolgend ein bisschen näher eingehen wollen.
Vieles davon kennt Ihr vielleicht bereits aus der Holzbearbeitung.

Welche Werkzeuge benötigen wir?

Je nach Bedarf benötigt man folgende Werkzeuge zur Bearbeitung von Plexiglas®:

✓ ein wasserfester Stift zum Anzeichnen der späteren Bearbeitungspunkte
✓ weiches Reinigungstuch mit Wasser zum reinigen der Flächen
✓ eine Ziehklinge, z.B. Teppichmesser zum entgraten
✓ Metallfeile zum nacharbeiten
✓ Stichsäge mit Sägeblatt (Geradverzahnung und einer Zahnteilung von 2,5 mm)
✓ Kreissägeblatt mit Geradverzahnung (Trapez-Flachzahn, Zahnabstand ca. 13mm)
✓ HSS-Bohrer (dieser sollte spitz nachgeschliffen werden – Winkel 60-90°)
✓ Fräse, Kleber, Keile, Klemmen, Bänder usw. zum fixieren
✓ Wasser zum kühlen

Zuschnitt mit Kreissäge oder Stichsäge

Plexiglas kann mit handelsüblichen Werkzeugen zugeschnitten werden. Hier bieten sich schwingungsarme Stich- oder Kreissäge an, aber auch Ritzbrechen, also dass mehrfache einritzen einer bestimmten Stelle mit anschließendem abbrechen an der verdünnten Stelle.

Kreissäge: Das Sägeblatt nur soweit wie erforderlich ausfahren, um die Reibungswärme so gering wie möglich zu halten. Für einen geraden Schnitt sollte auch nur mit Anschlag gearbeitet werden. Das Plexiglas vorsichtig bei laufender Maschine ansetzen und mit mittlerem Vorschub sägen.

Stichsäge: Auch hier vorsichtig bei laufender Maschine das Plexiglas® ansetzen und dann mit mittlerer Schnittgeschwindigkeit und ohne Pendelhub (das Sägeblatt darf nicht vor- und rückwärts pendeln) sägen. Bei Bedarf kann auch mit Leitungswasser gekühlt werden, dabei sollte aber nicht die Maschine nass werden.

Materialkunde

Verarbeitung & Bearbeitung

Schleifen & Polieren

Die auf neuem Plexiglas angebrachte Schutzfolie soll nach Möglichkeit während des gesamten Bearbeitungsprozesses nicht abgezogen werden, um ein verkratzen zu vermeiden. Während der Bearbeitung muss das Plexiglas® fixiert werden, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Schutzhandschuhe und –brille sollten selbstverständlich sein und je nach Arbeit auch ein Staubschutz für Mund und Nase.

Lust auf Meer?

Ihr wollt Euch weiter informieren über die maritime Wasserwelt? Dann besucht auf jeden Fall mal das Deutsche Meeresmuseum und/oder das OZEANEUM, beide in Stralsund. Ich habe für Euch zwei Artikel über diese Museen, die sehr gut zur Vorbereitung für einen Besuch helfen.

Meeresmuseum
Ozeaneum

Plexiglas bohren oder fräsen

Wie bereits oben erwähnt, können zum bohren handelsübliche HSS-Bohrer verwendet werden, deren Spitze aber noch um 60 – 90° angespitzt werden muss. Im Fachhandel gibt es diese bereits angespitzt zu kaufen, allerdings sind diese nicht sehr günstig. Neben dem Bohrer können auch Kegel- oder Stufenbohrer eingesetzt werden.

Die Bohrmaschine fixiert man am besten auf einem Bohrständer, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Dabei den Bohrer bei langsamer bis mittlerer Geschwindigkeit vorsichtig aufsetzen und bei Bedarf mit Wasser kühlen. Kurz vor dem Durchstoßen aber den Druck zurücknehmen oder noch besser, eine Holzplatte unterlegen.

Auch kann man Plexiglas sehr gut mit einer Fräse bearbeiten. Hierbei empfehlen sich neue und damit auch scharfe Fräser, um das beste Ergebnis zu erzielen. Das Plexiglas muss dann entgegen der Laufrichtung der Fräse geschoben werden. Die Schnittkanten können dann entweder mit einer Ziehklinge (Teppichmesser o.ä.), einer Maschinenfeile oder aber auch mit einem Profilfräser nachbearbeitet werden.

Plexiglas # Acrylglas kleben

Plexiglas XT kann relativ leicht mit speziellem Plexiglaskleber, Lösungsmittel wie Dichlormethan oder auch mit Sekundenkleber auf Cyanacrylat-Basis miteinander verklebt werden. Dabei darauf achten, dass die Kleberänder glatt und fettfrei sind. Hierbei ein wenig vom Kleber bzw. Lösungsmittel auf ein Werkstück gleichmäßig verteilen, mit dem 2. Werkstück verbinden und entweder durch Klebeband, Spannvorrichtungen oder Gewichten beide Werkstücke fixieren. Nach kurzer Zeit haben sich die Oberflächen leicht gelöst und beide Teile sind dauerhaft verbunden. In unserem Beispiel haben wir z.B. eine Zettelbox, eine Spindelröhre sowie eine View-Box gebastelt.

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Plexiglas XT kann relativ leicht mit speziellem Plexiglaskleber, Lösungsmittel wie Dichlormethan oder auch mit Sekundenkleber auf Cyanacrylat-Basis miteinander verklebt werden.