Plexiglas richtig schleifen

So bekommt Ihr Kratzer wieder weg

Wer z.B. einen Plattenspieler zu Hause hat oder sonst ein Möbelstück aus Plexiglas, wird früher oder später auf ein Problem stoßen: Das gute Stück wird langsam stumpf. Feine Kratzer lassen die Oberfläche nicht mehr ganz so schön glänzen. Jetzt ist es an der Zeit, dass man das Plexiglas polieren sollte.
Wenn aber durch einen harten Gegenstand, z.B. einer Gürtelschnalle, die an der Aquariumbecken-Frontscheibe oder Steinaufbau im Inneren des Beckens, tiefere Kratzer im Plexiglas sind, kann es sein, dass polieren allein nicht mehr hilft und man zudem noch schleifen muss, um die Oberfläche wieder glatt und glänzend zu bekommen.

Schleifen im Außenbereich oder bei leeren Acrylbecken

Damit das Ergebnis auch zufriedenstellend ausfällt, muss das schleifen sehr sorgfältig und ohne Zeitdruck geschehen. Auch die Wahl der richtigen Werkzeuge, Maschinen und der Schleifmittel tragen maßgeblich zum Erfolg bei.
Bewährt haben sich in der Praxis folgende Geräte und Schleifmittel folgender Hersteller:

✓ Rotationsschleifer, z.B. Festoll ETS 150/3 EQ oder andere entsprechende Modelle
✓ Klingspor und/oder Festool Schleifpapier
✓ Polierwachs Menzerna SF und/oder IP Festpaste
✓ Stoffschwabbelaufsätze für Handpoliergeräte oder Bohrmaschinen

Wenn tiefere Kratzer im Plexiglas sind, die durch einen harten Gegenstand verursacht wurden, kann es sein, dass polieren allein nicht mehr hilft und man zudem noch ausbessern muss, um die Oberfläche wieder glatt und glänzend zu bekommen.

Welche Körnungen sind zu benutzen?

Vorweg: Der erste Schleifvorgang muss die Kratzspuren vollkommen beseitigen und jeder nachfolgende Schleifvorgang muss die Schleifspuren des vorherigen Schleifvorganges beseitigen, d.h. immer großflächig schleifen! Zur besseren Orientierung empfiehlt es sich, die betroffenen Stellen mit einem wasserfesten Filzstift großzügig zu markieren. Vor dem Wechsel der Körnung die Fläche immer reinigen.

In der Regel werden folgende Körnungen benutzt: 240, 400, 800, 1200 und 2000. Der Schleifvorgang erfolgt meist in drei Stufen:

Grobschliff: mit einer Körnung von 240
Mittelschliff: mit einer Körnung von 400 und 800
Feinschliff: mit einer Körnung von 1200 oder danach 2000

Der Mittel -und Feinschliff sollte nur nass erfolgen.
Nach dem Schleifen und anschließender Reinigung werden die geschliffenen Stellen mit einer Stoffwalze/Polierscheibe und dafür geeigneten Polierwachs poliert.
Die Umdrehungszahl bei Schwabbeldurchmesser von 100mm beträgt ca. 2000 U/min.
Beim maschinellen Schleifen und Polieren ist ferner darauf zu achten, dass nicht zu lange und zu fest aufgedrückt wird, damit durch entstehende Reibungswärme keine Spannungen oder Mini-Risse auftreten.

Das war unser zweitägiges Praxis-Seminar bei der Fa. Schuran in Jülich.
An dieser Stelle noch einmal: Herzlichen Dank!

Update Nov. 2020: Das NRW-Riff-Forum selbst gibt es nicht mehr und läuft jetzt über Aquaristik-Kreisel.de.
Ich selber habe Juni 2020 mit der Meerwasser-Aquaristik aufgehört.
Solltet Ihr also Fragen zum Thema „Schleifen & Polieren“ haben, so wendet Euch direkt an die Fa. Schuran
Website: ✓ Schuran GmbH oder an
Florian Schuran unter „New Wave“
Vielen Dank!

Materialkunde

Verarbeitung & Bearbeitung

Schleifen & Polieren

Alle Fotos © Janka Heißinger und Norman Pfannkuchle. Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit dem NRW-Riff-Forum (Peter Wollborn) erstellt – Vielen Dank an Euch!

Aquaristik-Messen

Reperaturarbeiten unter Wasser

Für Reparaturarbeiten unter Wasser bieten sich ✓Micromesh® Schleifmittel an.
Die Schleifkristalle die in einer Silikon/Latexmatrix und einem textilem Trägermaterial fest gebunden sind, ermöglichen eine hohe Beweglichkeit und Anpassung an die zu bearbeitenden Fläche. Micromesh® kann nass oder trocken verwendet werden und ist in Korngröße 1500, was das “gröbste” Korn ist, bis hin zu 12000 (damit kann man sich die Nägel polieren) erhältlich.
Eine korrekte Anwendung vorausgesetzt, ist Micromesh® sehr lange haltbar, aber nicht geeignet tiefe Kratzer abzuschleifen.

Video

Unser Seminar wurde natürlich in einem kleinen Video festgehalten. Nix HD oder 4K – dass hatte ich da noch nicht ;-)
Aber seht selbst: Schleife, schleife, poliere, poliere