Charles Darwin – Vater der Evolutionstheorie

Das „Darwineum“, benannt nach dem Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin, bietet eine einzigartige Kombination aus einer lebendigen zoologischen Sammlung und musealen Ausstellung.

Erlebt hier in insgesamt sieben Kojen, wie die Erde und das Leben auf ihr entstanden, wie sich aus simplen Einzellern vielfältige Lebewesen, auch der Mensch, entwickelten und wie durch Katastrophen zum Teil mehr als 90 Prozent aller Lebewesen auf dem Planeten zum Opfer fielen.

Vertieft mit spannenden Exponaten und Tieren diese Informationen und folgt zum Beispiel im Foyer Darwins Evolutionstheorie.

DAS DARWINEUM ERKUNDEN

Von der Urzelle zum heutigen Menschen

Das Darwineum im Zoo Rostock bietet einen Lebensraum für 150 interessante Tierarten. Hier wird man von Galapagos-Riesenschildkröten gleich am Eingang empfangen, erlebt Schlammspringer, Quallen, Axolotl & mehr.

Die 4.000 Quadratmeter große Tropenhalle, das Herzstück des Darwineums, gehört den Gorillas, Orang-Utans, Gibbons, Zwergseidenäffchen und Faultieren. Tropische Bepflanzung vervollständigt das naturnahe Ökosystem.

Wie die Arten entstehen

Ein Kernpunkt von Darwins Theorie ist die natürliche Auslese. Hiernach gibt es in einer Generation eine Vielzahl von Individuen mit verschiedenen Merkmalen. Diejenigen, die sich am besten auf die jeweilige Umwelt einstellen, sind am erfolgreichsten. Sie vererben ihre Gene an die Nachkommen, die ebenfalls vorteilhafte Eigenschaften weitergeben.

So stellen sich Pflanzen und Tiere mit der Zeit auf Veränderungen in der Natur oder unterschiedliche Bedingungen an verschiedener Orten ein. Alles dies hat Darwin in fünf unabhängigen Einzelaussagen gefasst – die Grundlage der modernen Evolutionsbiologie.

Koje 1: Aus einer Zelle geboren

Vor etwa 3,8 Milliarden Jahren begann das Einmalige: Leben entstand. In Gegenwart von Wasser und unter Einfluß von Energie, bildeten sich aus anorganischen Molekülen erste Kohlenwasserstoffe, die einfachste Gruppe organischer Verbindungen und die Ausgangsstoffe für spätere Lebewesen.

Big Bang – Alles beginnt

Zeitpunkt null. Unendlich viel Strahlungsenergie vereint sich in einem unendlich kleinen Raum, der sich seither immer weiter ausdehnt. So beginnt die Geschichte des Alls. Aus diesem bizarren heißen und dichten Zustand entstanden Materie, Raum und Zeit. Staubwolken, Körnchen und Gas kollidierten und klebten zu festen Aggregationen zusammen, die durch die Schwerkraft mehr und mehr Material an sich zogen und immer größer wurden. So bildeten sich auch unsere Sonne und die Planeten ihres Systems, von denen sich die Erde als ideal für die Geburt von Leben entpuppte.

In den Ur-Ozeanen entstehen die ersten Zellen. Aber wann und wo haben sie chemische Moleküle zu Zellen vereint?
Und was war der Auslöser und welches der Mechanismen dafür? Das weiß niemand genau, doch es gibt verschiedene Erklärungsansätze – vom kosmischen Lebensursprung über die Ursuppe bis zur lege im Eis. Zweifelsfrei bestätigt ist bislang keiner davon.




Koje 2: Ozean der Wundertiere

Erdgeschichte: Kambrium – vor 541 – 485 Mio. Jahren. Vor etwa 540 Millionen Jahren begann eine Ära der Erdgeschichte, das Kambrium. Es dauerte etwa zwischen sechzig und siebzig Millionen Jahre und war von einer großen Artenvielfalt gekennzeichnet.

Alles Leben beginnt im Wasser

Während des Kambrium konzentrierte sich das Leben auf die Ozeane. Durch die ständige Zunahme an Sauerstoff in der Erdatmosphäre und im Meerwasser, als auch das sich allmählich erwärmende und milde Klima, setzte ein gigantischer Entwicklungsschub in der Tierwelt ein.

Koje 4: Wasserstädte der Urzeit

Korallen, auch Blumentiere genannt, Schwämme und Moostierchen eroberten die Meere und gelten als Wiege der Evolution.

Ökosystem Korallenriffe

Korallenbänke, Saumriffe – von durch flache Lagunen getrennt, Barriereriffe, dazu gehört auch das Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens mit rund 2000 km Länge, Atolle – sie alle waren und sind Lebensräume für viele Tierarten. Ein große Vielzahl dieser neue Tiergattungen hat im Laufe der Evolution den Weg an Land gefunden.

Koje 5: Leben erobert Land

Erdgeschichte: Devon – vor 416 – 359 Mio. Jahren. Die klimatischen Bedingungen, die im Devon herrschten, waren vor allem von warmen, sogar tropischen bis trockenen und heißen Temperaturen geprägt und es breiteten sich Landpflanzen aus und es entstehen riesige Sumpfwälder.

Das Devon ist von der Eroberung des Festlandes durch Tiere und Pflanzen – die sich in dieser Epoche rasant weiterentwickelten (Gliedmaßen zum Laufen, Lungen zum Atmen atmosphärischer Luft und eine Körperoberfläche, die an das Leben außerhalb des Wassers angepasst ist) – maßgeblich geprägt.




Koje 6: Riesenechsen und Minisäuger

Erdgeschichte: Trias – Jura, 251 – 145 Mio. Jahre. Die Dinosaurierwelt bot durchaus mehr als behäbige Dickwänste, die durch Farn- und Ginkgowald stampften. Tatsächlich waren die „schrecklichen Echsen“ höchst unterschiedlich: Vor 200 Millionen Jahren etwa lebte Liliensternus, ein agiler Springer, oder vor 100 Millionen Jahren der elegante Raubsaurier Deinonychus und nicht zu vergessen die Flugsaurier, die mit Leichtigkeit abhoben.

Einige Saurier hatten – wie ihre Vogelnachkommen – Federschwingen, die aber sicher noch nicht zum Fliegen taugten. Vermutlich dienten sie vielmehr dazu, die Tiere zu wärmen.

Darwineum, Evolutionsausstellung
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Die meisten Fossilien findet man in Sedimentgesteinen – in Schichten, die sich über lange zeit abgelagert und totes Leben eingebettet haben und dann versteinert sind. Viele Fossilien der Jurazeit findet man zum Beispiel im sogenannten Solnhofer Plattenkalk südlich von Nürnberg. Dieser entstand aus Lagunen Ablagerungen. Das Wasser dort war sehr salzig und enthielt zugleich wenig Sauerstoff. Beides zusammen verhinderte, dass das organische Material schnell verweste. Außerdem kristallisiert starke Lauge oft in den Körperhöhlen aus. So bleiben einstige Lebewesen strukturgetreu erhalten.

Seelilie

Einst gediehen Massen von gestielten Seelilien in den Meeren. Heute leben die Tiere nur im Tiefwasser südlich des Äquators.
Vollständig erhaltene versteinerte Exemplare sind selten, denn die feinen Glieder der Stiele fallen leicht auseinander. Man kennt sie auch als "Rädersteine" oder "Wichtelpfennige".

Ammoniten-Platte

Im Laufe der Erdgeschichte lebten mehrere zehntausend verschiedene Arten Ammoniten in den weltweiten Meeren. Besonders in der Jura-Ära und in der anschließenden Kreidezeit bildeten sie immer neue Formen und Zeichnungen ihrer Gehäuse aus.
Sie existierten bereits 350 Millionen Jahre überall auf dem Erdball. Die Ammoniten gelten als "Zeitfossilien", denn sie helfen, das umgebende Gestein erdzeitlich einzuordnen.

Spiegeleiquallen

Die Spiegeleiqualle lebt im Mittelmeer, knapp unter der Wasseroberfläche. Sie kann sich aktiv fortbewegen und ist relativ unabhängig von Meeresströmungen. Da sie nur ein leichtes Nesselgift besitzt, ist sie für den Menschen harmlos.

Trilobiten-Platte

Trilobiten - "Dreilapper" genannt - gehören zu den bekanntesten Fossilien. Sie besiedelten fast 250 Millionen Jahre die Erde.
Aber wie die meisten Tierarten starben auch sie vor 251 Millionen Jahren durch eine rasche Klimaänderung aus. Was bleibt: Sie waren Verwandte der heutigen Insekten und Spinnen!

Versteinerte Riesenturmschnecke

Schnecken entwickelten über die Zeit eine enorm große Vielfalt, insbesondere was ihre Gehäuse betrifft. Das Haus dieser Turmschnecke etwa ist imposant geschraubt und über 40 cm groß. Die Tiere lebten vor gut 20 Millionen Jahren in seichten Wasser.

Achatisierte Koralle

Achatisierte fossile Korallen sind mineralogische Naturwunder. Sie wurden in Tausenden von Jahren verkieselt. Abhängig von der Umgebung erhielten die eingeschlossenen Korallen ganz unterschiedliche Farbgebungen und Maserungen. Die hier gezeigte Koralle wurde aufgeschnitten und poliert.

Koje 7: Co-Evolution

Erdgeschichte: Kreide – vor 145 – 66 Mio. Jahren. Vermutlich ging es eher zufällig los: Pflanzen hatten Blüten entwickelt und deren Duft lockte Insekten an, die in den Blüten Schutz fanden und den Nektar tranken.

Geschichte eines Erfolgs

Die Tiere wiederum revanchierten sich mit ihrer großen Mobilität: In ihrem Pelz trägt eine Biene Pollen fast 5 km weit. Oft entwickelte sich daran ein beständiger Freundschaftsdienst. Manche Pflanzen-Insekten-Gespanne sind fast wie ein Liebespaar. Ohneeinander können sie nicht existieren bzw. sie gedeihen nur zusammen mit diesem ganz bestimmten Partner.

Insekten

Die frühesten Insekten traten vor etwa 400 Millionen Jahren auf. Sie sind die typenreichste Gruppe im Tierreich überhaupt: Mindestens 80% aller bekannten Tiere gehören dazu – über eine Million Arten. Und in den tropischen Regenwäldern könnte noch viel mehr krauchen und fleuchen, was noch unentdeckt ist.

Koje 8 Erfolgsmodell Säuger

Erdgeschichte: Tertiär – vor 66 Mio. Jahren. Ihr Ursprung reicht weit ins Erdmittelalter zurück. Als die Dinosaurier vor rund 66 Millionen Jahren ausstarben, kam ihre große Zeit. Säugetier-Merkmale wie ein Fell, daß sie vor Kälte schützte, eine konstant hohe Körpertemperatur, die Ernährung (Säugen) der Jungen mit einem Hautdrüsensekret (Milchdrüsen) der Mutter (Milch) , ein großes Gehirn oder scharfe Sinne waren herausragende Kennzeichen. Heute besiedeln mehr als 5000 Arten unseren Planeten.

Siegeszug in der Evolution

Die heutigen Säuger gliedern sich in drei Gruppen: Eierlegende Säugetiere (Prototheria), zu denen Schnabeltier und Ameisenigel zählen; die Beutelsäuger (Methateria), deren winzig klein geborene Junge etwa bei den Kängurus in einer Tasche heranwachsen. Die Jungtiere krabbeln nach der Geburt sofort mit Hilfe ihrer Vorderbeinchen in einen Beutel am Bauch der Mutter und saugen sich an den Milchzitzen fest; und die höhere Säugetiere oder Plazentatiere (Eutheria oder Placentalia), also die Mehrzahl der lebenden Säuger, z.B. Elefanten, Seekühe und auch der Mensch.