Sandskulpturen Festival 2017

Sandfigurenfestival

Binz 2017

Bauwerke, nicht nur aus Sand und Wasser

2017 fand das Sandskulpturen-Festival in Binz statt. Auf der Festwiese (Ortsausgang Binz – Richtung Sassnitz) steht das weltweit größte Indoor-Event der Sandskulpturen und begeistert mit einzigartigen Skulpturen zum Thema Musik – angefangen bei Bach, Mozart und Beethoven über Michael Jackson, Madonna und Robbie Williams bis hin zu Nena, Sido und Andrea Berg.

Anfang Mai haben wir auf Binz dieses Festival besucht, kannten Sandskulpturen als solches noch nicht und waren absolut begeistert!

Liebe zur Musik

In diesem Jahr dreht sich beim Sandskulpturen-Festival auf Rügen alles um Musik. Hier findet man Komponisten der Wiener Klassik, internationale Popstars, die beliebtesten Interpreten des deutschen Schlagers und viele, viele mehr.

Was ist eine Sandskulptur?

Ganz einfach ausgedrückt: Eine Sandskulptur ist ein Bauwerk das nur aus Sand und Wasser besteht. Das kann die allseits bekannte Sandburg sein, aber auch eine Komposition aus verschiedenen Architekturformen, anatomischen Figuren (Menschen und Tieren) und Gegenständen. Verwendet man den richtigen Sand und die richtigen Technik, kann man fast jede Form aus Sand gestalten. Diese Kunstform ist übrigens nicht so neu, wie viele denken. Schon die alten Ägypter um 4000 v. Chr. kannten Sandskulpturen!

Das Grundprinzip

Die Techniken, die beim Bau einer Sandskulptur angewendet werden, sind heute noch die gleichen wie im Altertum. Und egal, ob die Skulptur 16 m hoch hoch ist oder nur einen Meter, das Prinzip ist immer dasselbe.
1. zunächst wird der lose Sand mit einem Radlader oder Telekran in eine Holzverschalung (eine sogenannte Malle) gefüllt. In dieser wird der Sound dann durch abwechselndes Anfeuchten und Stampfen mit Rüttlern, wie man sie aus dem Straßenbau kennt, gepresst. So wird eine Sandschicht nach der anderen in die Malle gefüllt. Höhe und Breite der Mallen sind dabei beliebig variierbar
2. Im zweiten Schritt werden die Formen aus dem harten Sandblock geschnitten. Hier wird grundsätzlich von oben nach unten gearbeitet.

Das Schneiden bzw. Bearbeiten des Sandes erfordert besonderes Werkzeug: die `Tools` für die gröberen Arbeiten und die `Tooltjes` für die feinen. Zum Einsatz kommen Schaufeln, Teppichmesser und Maurerkellen, sowie Messer, Pinsel und Strohhalme.

Um die Proportionen richtig zu treffen, muss man sich noch vor dem ersten Schnitt die Skulptur in voller Größe vorstellen können. Hierzu gehört viel Erfahrung, die man nur durch Übung und Training erlangt.
Jeder Künstler hat im Bereich des so genannten „Carvens“ (Schneiden und Bearbeiten des Sandes) seine besonderen Stärken. So gelingen den einen architektonische Bauten in höchster Perfektion, während ein anderer den Ausdruck in einem Gesicht absolut wirklichkeitsgetreu darstellt.
Eine Anforderung muss aber jeder Carver (Sandskulpturenkünstler) erfüllen: Er braucht ein Auge für die Proportionen. Und es sollte in der Lage sein, konsequent und zügig zu arbeiten.

Sand, Sand und noch mehr Sand

Auf den ersten Blick sieht Sand immer gleich aus – doch der Schein trügt. Sand gibt es in den unterschiedlichsten Varianten und ist entweder organischen oder mineralischen Ursprungs. Organische Sandkörner sind winzige Korallen-, Muschel- und Fossilienteilchen aus Salzwasserregionen.
Mineralischer Sand hingegen stammt häufig aus bergigen Regionen wie den Alpen und besteht aus kleinsten Gesteinsteilchen. Diese Unterschiede kann man aber nur mit Hilfe höchster technischer Vergrößerungen erkennen.

Skulptursand: Auf die Körnung kommt es an

Je größer die Sandskulpturen sind, desto beeindruckender sind Sie für den Betrachter. Um meterhohe Sandskulpturen bauen zu können, braucht man aber besonderen Sand: Er muss gut zu `stapeln` sein. Hierfür ist die Form der Sandkörner von entscheidender Bedeutung.
Wer schon mal versucht hat Murmeln zu stapeln, weiß, dass das unmöglich ist. Beim Würfeln hingegen ist es kein Problem. Dieses Beispiel kann man hervorragend auf den Skulptursand anwenden. Der Sand vom Strand ist durch die Gezeiten und die Bewegung der Wellen rund gewaschen. Der ideale Skulptursand hingegen ist jung, hat ein eckiges und scharfkantiges Korn, das weniger stark abgeschliffen ist.
Der Skulpturensand aus dieser Ausstellung kommt unter anderen aus der Maas, von wo er mit dem Flusswasser der Alpen hergeführt wurde. Seine mineralischen Sandkörner ähneln der Form eines Würfels und passen in verschiedenen Größen in und aufeinander. Eine weitere Sandmischung dieses Spezialsandes findet man in Zirkow auf der Insel Rügen.